Montag, 2. April 2018

Stadt und Land im April - Die Menschen

Als wir im Urlaub durch Österreich gefahren sind, da waren wir auch in Gegenden, die von Abwanderung stark betroffen sind. Gegenden, denen die Jungen davonziehen. Gegenden, die leer waren. Ausgestorben.

Hier bei uns ist es das Gegenteil. Hier kommen sie her. Hier leben alle. Die, die schon immer hier waren, die, die vom Land in die Stadt zogen und natürlich auch die, die von viel weiter weg kommen.


In Wien leben beinahe 2 Millionen Menschen. Das ergibt eine enorme Vielfalt. Wien ist nicht New York, aber im Vergleich zu draußen am Land, ist Wien bunt. Bunt an Menschen. Im Positiven wie im Negativen.

Ich werde euch in diesem Monat erzählen von meinen Nachbarn, vom Leben in einem Zinshaus mit Menschen, die ich mir nicht ausgesucht habe. Ich werde euch erzählen von den Menschen hier in meinem Bezirk. Ich werde erzählen von den Touristen und von den Ausländern (ein heißes Thema). Ich werde die Sandler und die Bettler erwähnen und wer mir noch so aller einfällt. Der April gehört den Menschen.

Heute zeige ich euch vorab einmal, wer mir so über den Weg läuft, wenn ich eine Runde am Karlsplatz spazieren gehe. Eigentlich wollten wir ja ins Museum. Dieses war aber wegen Überfüllung gesperrt (zu viele Leute im Museum!), also haben wir kurzerhand die Menschen draußen vor der Tür genossen, die sich in der nachmittäglichen Sonne auf dem Karlsplatz getummelt haben.

Ich zeige euch eine Flut an Bildern, damit die Stimmung rüberkommt. Lasst es auf euch wirken, dann wisst ihr was Ostersonntag Nachmittag am Karlsplatz so los war!



Ich glaube ja, dass ich Menschen mag. Meistens zumindest. Manchmal gehen sie mir schon auf den Geist, aber generell betrachte ich sie wohlwollend. Ich habe auch eine Verantwortung gegenüber meinen schwächeren Mitbewohnern in dieser Stadt. Dessen bin ich mir bewußt. Und ich weiß, dass es Ecken in Wien gibt, wo es nicht so bunt und offen ist.
Aber das gehört alles dazu. Die hellen und die dünkleren Winkel. Ich glaube, dass darin ein Funke ruht. Der Keim der Weiterentwicklung.
Manchmal spürt man es, das Keimen und dann wieder spürt man, wie sehr es die Menschen anstrengt, sich zu entwicklen und weiterzukommen. Und wie sie ach-so-gerne lieber nicht weiterkommen wollen, weil wer-weiß-schon-ob-es-besser-wird. Und überhaupt.

Naja, das ist womöglich schon ein wenig zu philosophisch und ich bin womöglich eigentlich schon müde, aber vielleicht auch genau deswegen. :-)

Wer lebt denn so bei euch?
Was sind das für Menschen?
Eure Nachbarn?
Der Ort?
Gibt's bei euch auch Horden von Touristen?
Wie steht es mit den Flüchtlingen?
Wie sieht es aus mit Menschen aus Afrika?
Reich und arm?
Ach, ich könnt' mich deppatfragen.
Jung oder alt, oder beides?
Viele Kinder?
Wen kennt ihr denn so aller?
Kennt ihr euren ganzen Ort? Gibt's das noch?


Ich bin ehrlich sehr sehr neugierig!



11 Kommentare

  1. Ich wohne in einem kleinen Ort. 200 Einwohner - also ziemlich genau das Gegenteil von dir. Unser Glück ist eine Bundesstraße und die Autobahn in der Nähe, die die meisten von uns recht schnell nach Wien in die Arbeit bringt. Sonst wären wir wohl auch Abwanderungsgebiet.
    Unser großes Pech ist aber auch, dass wir die Bundesstraße haben und die Autobahn. Dass wir auch für die Landflüchtigen Wiener in Reichweite liegen, die alle freien Bauplätze kaufen, weil es im Vergleich zu Wien günstig ist. Und unserer Jugend damit die Chance auf einen Bauplatz in ihrem Heimatort nehmen. Die Wiener, die aber im Gegenzug das Leben in so einem kleinen Ort nicht kennen und auch nicht bereit sind, in unsere Gemeinschaft was einzubringen. Seis bei der freiwilligen Feuerwehr oder den anderen Vereinen, die halt hier im Nirgendwo unbezahlt und freiwillig die Dinge am Laufen halten, die in der Stadt die Stadtregierung übernimmt. Hoffentlich schaffen wir es trotzdem, unseren Zusammenhalt zu bewahren und uns von den Wienern mit ihrer anonymisierten Gesellschaft nicht die Schneid abkaufen zu lassen.
    Lg Carmen

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    1. Ich glaube ganz ehrlich nicht, dass irgendjemand daran interessiert ist am Wochenendort, wo man ja zur Erholung hinwill, auch noch die örtlichen Vereine zu unterstützen.
      Das kann man den Menschen, finde ich, nicht vorwerfen.
      Es ist die Idee des Wochenendhauses, die wohl kritisch zu betrachten ist. Inwieweit man als Vorort dieses Thema in die Hand nehmen kann?
      Nun, es ist genauso wie in den Stadtbezirken, in denen die Kulturen aufeinander treffen. Du wirst aus dem Vollblut-Wochenendhaus-Städter kein Landei machen. Und umgekehrt.
      Ich glaube fest, dass man sich zusammenleben muß. Wege zueinander finden. Und ja, das wird alles ändern.
      Die Städter und die Leute am Land.

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    2. Da war wohl ein Missverständnis vorhanden. Ich spreche nicht von den Wochenendlandbewohnern, sondern von denen, die ihren Hauptwohnsitz da haben, weil es ja ruhiger und grüner ist.
      Und sich dann als einzige Familie nicht am Rasenmähdienst für den Spielplatz beteiligen wollen, obwohl sie ihn ausgiebig nutzen.
      Gerne hätten, dass die Feuerwehr ihre nächste Übung so plant, dass ihr Schwimmteich dabei ausgepumpt und neu befüllt wird, aber dann nicht einmal bereit sind, Getränke für die Mannschaft bereit zu stellen.
      Ich spreche von den Familien, die sich beschweren,dass der Musikverein beim Trauermarsch ihr schlafendes Kind aufgeweckt hat.
      Und von denen, die gerne hätten dass der Jagdleiter natürlich um halb 6 in der Früh ihr niedergeführtes Reh einklauben kommt, aber wenn dann eine Veranstaltung ist, es nur Beschwerden und Anzeigen hagelt.
      Ich verstehe schon, dass dieses Leben in der Gemeinschaft nicht für alle passt und dass nicht jeder bereit ist, gleich viel einzubringen. Aber ich kann mir nicht die Rosinen rauspicken und sobald ich etwas tun soll, bin ich Wiener, der kein Interesse an seinem Dorf hat.

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  2. sehr schön deine Bilder
    und auch ein interessantes Thema
    nur eines macht mich traurig..
    anstatt z.B. die Sonne zu genießen
    oder sich an der Archtektur zu erfreuen starren sie meisten Menschen auf deinen Bildern auf ihr Handy

    hier bei mir ist es städtisch.. ländlich ;)
    ruhig und touristisch .. immer so wie ich es haben möchte denn ich wohne in einem Vorort..
    Landflucht kennt man leider hier auch..
    in den Dörfern weiter oben im Hunsrück sieht man diese Tendenzen auch
    um ein Miteinander mit Geflüchteten und Zuwanderern wird sich eigentlich ganz gut gekümmert

    vielleicht schreibe ich auch einen Beitrag für dich ;)

    liebe Grüße und noch einen schönen Ostermontag
    Rosi

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    1. Ja ich stimme dir zu. Es wird ganz allgemein zu viel aufs Handy geschaut! Aber die Stimmung am Platz war erstaunlich gemeinsam genießerisch mit Betonung auf gemeinsam!

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  3. oh, ein schönes Thema! ich freue mich darauf :-)

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  4. Das betrachten deines Posts bringt mich gerade zum Denken... ich tipp das dann genauer in meinem Post. Ich brauch nur noch die Fotos... und da leigt der Hund begaben ;-)

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    1. Ja, die Fotos sind bei diesem Thema nicht leicht ...
      #challenge ;-)

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  5. Deine Fotos atmen ein (für mich) wunderbares Flair. Menschen sind wohl das schwierigste Kapitel... ich hab grad versucht, meine Erfahrungen zu schildern, das, was ich täglich vor Augen habe hier.
    Ja, dass alle nur auf's Smartphone gucken, das befremdet mich auch oft, ich selbst habe gar kein Handy und brauche auch keins.
    Sonnige Grüsze aus dem wilden Osten ;)
    Mascha

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  6. Nicht kommentiert bisher? Weiß auch nicht, was da in mich gefahren ist ( Enkelinnenbesuch vielleicht ). Aber ein Post ist schon fertig.
    Bon week-end!
    Astrid

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    1. So, da ist er, mein Post, der angekündigte!
      GLG
      Astrid

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