Freitag, 11. August 2017

gelesen KW 32 - Die Sprache der Sioux

Diese Woche bin ich über etwas gestolpert, das finde ich höchst faszinant.

Sitting Bull - Bildquelle

Es begann damit, dass wir uns, also mein Mann und ich, "Der mit dem Wolf tanzt" angesehen haben. Verteilt auf zwei Abende. Gute Güte ist das ein langer Film.
Und im Anschluss haben wir ein wenig nachgelesen darüber. Das Making Of und so. Dieser Film hat diesbezüglich ja einiges zu bieten.

Na und wie ich da so lese, stolpere ich über folgende Zeilen.

Ein Kommentar gefunden hier
Übersetzung:
Um dem Film mehr Realität zu verleihen, wurde ein Sprachtrainer engagiert um den Schauspielern, die es nicht konnten, Lakota beizubringen. Da es eine schwierige Sprache ist, wurde dabei der "gegenderte" (geschlechtsspezifische) Aspekt der Sprache ignoriert.
Als dann Lakota - Native Speaker den fertigen Film sahen, fanden sie es sehr amüsant Krieger in weiblicher Sprache sprechen zu hören.

Weibliche Sprache?

Also für alljene unter euch, die den Film gerade nicht ganz parat haben. Es geht um die Veränderungen im Leben der Sioux - Indianer, als die Weißen ins Land kamen.
Kurz gesagt. Sehr kurz.

Auf jeden Fall werden gut 25% der Gespräche im Film in der Sprache der Sioux - Indianer gesprochen (mit Untertitel).
Von dieser Sprache gibt es gibt mehrere Dialekte. Der, der im Film verwendet wird, heißt Lakota und - und das ist es jetzt - die Sprache ist gegendert. Ich weiß auch nicht recht wie das geht, aber es ist möglich anhand der Sprache auf das Geschlecht des Sprechers/ der Sprecherin zu schließen.
Aha!

Welcher Dialekt wurde wo gesprochen - im Vergleich dazu die heutigen Reservoirs   Bildquelle

Und das ist nicht alles, was diese Sprache zu bieten hat.
In Lakota gibt es nämlich keine Zeiten. Also Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Nix da. Vermittelt wird vergangenes über "es ist Realität geworden" im Vergleich zu Dingen, die "noch fiktiv" sind .. also in der Zukunft liegen könnten.

Weiters, auch nicht uninteressant, gibt es keine Eigenschaftswörter. Keine Eigenschaftswörter! Umschreibende Funktion wird von den Zeitwörtern übernommen. "Der mit dem Wolf tanzt", "Strampelnder Vogel" etc.

Interessant, oder?


Einiges zum Film finder ihr hier:
imdb - dances with wolves
Über Lakota kann man hier nachlesen:
Wikipedia

5 Kommentare

  1. Schön, hier bei dir über die native americans zu lesen. Sie sind quasi aus der Mode gekommen, hätten uns aber so viel zu sagen...wenn ich noch in die USA reisen sollte, dann nur wegen Ihnen ( große Liebe )...
    Bon week-end ( mein letztes in der Reha )!
    Astrid

    AntwortenLöschen
  2. Da hab ich doch tatsächlich das Buch noch vor dem Film gelesen. Auf englisch. Damals, mit 17, zur Matura-vorbereitung, waren die native americans doch glatt mein Spezialgebiet.... mein erstes englisches Buch, um genau zu sein - ohne Druck und einfach, weil ich es wollte! Danke für den Backpflaumen 😘 - der Aspekt der Sprache war mir damals aber noch nicht klar, Danke auch für diesen neuen Einblick. Bussi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Backpflaumen 😂 Was die Autokorrektur so schreibt.... FLASHBACK sollte es heißen 😜

      Löschen
  3. Sehr interessant, was du da schreibst!
    In letzter Zeit laufen mir vermehrt Infos über Indianer zu- Bücher, Zeitschriften, Schwitzhüten... Dass man anhand der Sprache auf das Geschlecht schließen kann, finde ich ganz, ganz toll- ich dachte bis jetzt, dass man es nur in den slawischen Sprachen kann. (Da erweitert sich es noch um sächlich.)
    Voll gierig finde ich es jetzt, dass die Indianer die Sprache so einfach haben!
    Liebe Grüße
    Magda

    AntwortenLöschen
  4. Mit indianischen Sprachen kenne ich mich nicht aus, aber mit Japanisch. Dort (und in vielen anderen asiatischen Sprachen) wird auch in männliche und weibliche Sprache unterschieden. Es gibt einfach Worte, die nur von einem Geschlecht genutzt werden, wie spezielle Verben, Adjektive, etc. Mal ein Beispiel:
    Frau:Watashi wa osushi ga tabetai desu wa.
    Er: Ore wa sushi ga kuitei zo.
    Deutsch: Ich möchte gerne Sushi essen.
    Eine Frau würde im Japanischen niemals die Worte verwenden, mit denen der Mann seinen Sushi-Wunsch ausdrückte. Umgekehrt würde es grade noch gehen, dann wäre es sehr höflich ausgedrückt, aber durch das "wa" am Ende etwas "weibisch".
    Spannend, dass das in den indianischen Sprachen auch so ist.
    Viele Grüße
    Christina

    AntwortenLöschen

Ich freu mich immer narrisch, wenn ihr euch Zeit für einen Kommentar nehmt!

 
© Design by Neat Design Corner