Montag, 19. Juni 2017

Der Mensch das Tier

Astrid fragt diesen Monat nach den Tieren. Unseren Zugang dazu. Und wieder habe ich gegrübelt und nachgedacht, bis ich dann ganz klar wußte worüber ich schreiben werde.

Über den Menschen.


Ich bin eine Naturwissenschaftlerin,  okay, ich bin auch eine Künstlerin und ein Nerd, aber ich bin eben auch eine Biologin und Chemikerin. Fix.
Und als solche betrachte ich den Menschen schon häufiger mal als Tier. Eines, das diese Tatsache gerne vergißt. Ein Tier, das meint etwas Besseres zu sein. Klüger. Weil Hirn benutzen und so.

Und genau da liegt der Hund (Hehe!) begraben. Unser Hirn benutzen.


Wenn wir denn so wunderbar klug sind, wenn wir über uns hinauswachsen können, warum ja warum tun wir es dann nicht.
Kriege, Umweltverschmutzung, Armut - es bedarf nicht einmal einer Hirnhöchstleistung um zu erkennen, dass das nicht gut ist. Jeder versteht das, dazu muss man kein Schachgroßmeister sein.
Und trotzdem.

Was also wenn:
- die größten und mächtigsten Konzerne und Staaten der Welt, ach was, nehmen wir alle - alle Führungsposition auf diesem Planeten, nicht von den gierigsten, durchsetzungsstärksten, narzistischsten und skrupellosesten Menschen geführt würden (denn nur diese stehen den Kampf nach oben durch, beziehungsweise sind gewillt sich derlei anzutun - die menschliche Form des "Survival of the Fittest" ), sondern von solchen, die mit Bedacht handeln, mit Verantwortung gegenüber den Menschen und dem Planeten (inkusive der anderen Tiere).

 
Zugegeben:
es wäre weniger schlagzeilenliefernd, weniger "Action", weniger "Wild Life".

Es wäre dann wohl mehr ..
Mehr Shakespeare



Ob ihr diesen Text als lobendes Ziel betrachtet, oder als das große Scheitern (so wie Hamlet) das überlasse ich euch.

Tier. Mensch. Mensch. Tier. Von außen betrachtet, gibt es keinen wirklichen Unterschied. Okay, einen gibt es. Der Mensch ist grundsolide gefährlich für alle anderen.
Und das trotz des tollen Gehirns.

Nun ja, nun kann man resignierend zu Boden blicken und meinen, dass man da eh nix machen kann, oder...
.. man schaltet sein Hirn ein!





Und weil sich Shakespeare gesungen einfach unglaublich gut anhört,
empfehle ich euch heute noch kurz ein wenig haarigen William. Enjoy!



Anmerkung: die Bilder in diesem Post, auch jenes zum Text aus Hamlet, habe ich mir bei Unsplash geholt.  Mehr dazu hier.

4 Kommentare

  1. Na, da hast du ein Fass aufgemacht! Rückblickend ( ja, genau auf diese Hair-Zeit ) hat dieser optimistische Blick auf den Menschen, den ich damals hatte, die Welt nicht vorangebracht in der Art, dass die Vernunft & Liebe & Verantwortung das Leben auf unserem Planeten bestimmen. Da braucht es gewaltige Mittel, offensichtlich....
    Warum bin ich jetzt traurig, trotz knallblauem Himmel?
    Danke fürs Mitmachen!
    Bisou
    Astrid

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    1. Kurz traurig sein ist okay .. dann aufrichten und das Leben mit voller Wucht einatmen ...

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  2. Astrid Lindgren hat 1978 in ihrer Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels von ihrem Schock gesprochen, den sie als junges Mädchen erlebt hatte, als ihr klar wurde, dass die Männer die die Gechichte der Völker und er Welt lenkten, keine höheren Wesen mit übernatürlichen Gaben und göttlicher Weisheit waren. Dass sie Menschen waren, mit den gleichen menschlichen Schwächen wie sie, doch sie hatten Macht. Und wie oft konnte so ein einziger Mensch, von Eitelkeit oder Gewinnsucht, von Machtgier oder Rachsucht besessen, Katstrophen verursachen.
    Tja, da hat sich immer noch nicht sehr viel getan.

    but...

    I'm looking forward

    ... und das ganz ohne Kopfwäsche

    Bussi
    Birgit

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  3. Jaja, auch ich finde wir sind Tiere. Eh ganz tolle, aber tozdem mur eine Art auf diesem Rund hier.

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Ich freu mich immer narrisch, wenn ihr euch Zeit für einen Kommentar nehmt!

 
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