Freitag, 23. Juni 2017

gehört, gelesen KW 25 - vom Hut, Australien und Revolutionen

Heute kann ich mich nicht entscheiden. Deswegen bekommt ihr ein Sammelsurium an Wissenswertitäten.

Zuerst bin ich über einen Artikel in der Wiener Zeitung gestoßen, der, für mich herrlich verwirrend umschreibt, dass auch die Australier leiden, wenn sie, was durchaus vorkommt, mit Austria verwechselt werden.
Hierzu sei meinen deutschen Leserinnen nur kurz angedeutet, dass man als Österreicher außerhalb Europas, gerne nach Australien exportiert wird. Ist halt viel im weltweiten Contest bekannter so und klingt zudem, muss frau ehrlich zugeben, sehr ähnlich.

In diesem Artikel allerdings wird die andere Seite erläutert. Demnach ist es für Australier sehr unangenehm mit Österreich verwechselt zu werden. Sie halten Österreich, für ein Land mit enorm viel Kultur und ebensoviel Geschichte. Dinge, die der verhältnismäßig junge Staat nicht so auf der Kante hat. Ist ihnen dann ein wenig peinlich.  ... wär mir so nie eingefallen.

War mir völlig neu diese Info und ich finde sie ausnehmend charmant.

gelesen:
Wiener Zeitung

Quelle: Twitter



Die zweite Geschichte dieser Woche trug die Queen am Kopf als sie mit ihrer Rede das Parliament eröffnete. In dieser Rede ging es ausnehmend viel um den Brexit, was es um so bemerkenswerter machte, dass die Queen aussah, als trüge sie die EU-Flagge als Kostüm.

Hat die alte Dame damit einen Protest zum Ausdruck gebracht? Das wäre mehr als untypisch für sie. Andererseits muss man ehrlich sagen, dass das ja wohl wahrlich kein Zufall gewesen sein kann.

gelesen:
BBC
ORF


Und zu guter letzt habe ich dann am Mittwoch eine wundervollen Beitrag im Radiokolleg auf Ö1 gehört. Da ging es diese Woche um alle möglichen Aspekte zum Thema Revolutionen. Wieso, weshalb, wie, wann und natürlich auch warum, einige scheitern und einige Erfolg haben.

Ich fasse mich kurz, gebe hier nur mein eines Aha! wieder. Da wurde ein wesentliches Detail, das zum Erfolg der "samtenen Revolution" (Fall des Ostblocks) beigetragen hat, erläutert.
Vorab muss ich noch erwähnen, dass Revolutionen niemals zu einer raschen Stabilisierung der Lage geführt haben, wenn sie gewaltsam abliefen. Gewaltsam im Sinne von, dass sie die herrschende Schicht niedermetzeln. Es hat in Frankreich über 80 Jahre gedauert, bis sich das Land nach der Revolution, beruhigt hatte.


Wo war ich?
Ja genau, ihr werdet euch vielleicht daran erinnern, aber der Fall des eisernen Vorhangs, Ungarn, die Tschechoslowakei, die DDR, Polen .. das lief alles verhältnismäßig friedlich ab. Es war aufregend, es war immer spannend, es hätte auch kippen können .. ist es aber nicht.
Gekippt ist es in Rumänien. Da hat der Mob sich gerächt. Grausam.

Warum Rumänien?
Nun, Rumänien war das einzige Land in dem keine russischen Truppen stationiert waren. Es gab in Rumänien keinen Schiedsrichter. Es gab, O-Ton Radiokolleg, niemanden der die Eliten vor dem Mob schütze und niemanden der den Mob vor den Securitate-Leuten schützte. Deswegen kam es zu einer Bürgerkriegs-ähnlichen Situation.
In allen anderen osteuropäischen Staaten gab es sowjetische Truppen und Gorbatschow sorgte dafür, dass das Regime nicht auf die Bevölkerung schoss und das die Protestierenden die Kommunisten nicht lynchen.

Und dann der Satz: Die Bedeutung Michael Gorbatschows für die friedliche Transformation Ost-Europas könne man gar nicht hoch genug einschätzen.

Ich hatte das gewußt, aber vollumfänglich erkannt habe ich es diese Woche!
Merci Michael!
Und euch ein schönes Wochenende





Das Ö1 - Radiokolleg kann noch bis nächste Woche Mittwoch online nachgehört werden. Ich kann es sehr empfehlen. Hier geht's zu Ö1.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Palmenrock oder die Sache mit dem Stoffkauf

Auf dem Schneidereimarkt war es. Die Stimmung war gut und ich habe Stoff gekauft. Was, das muss ich mal sagen, eben nicht häufig passiert. Ich habe keinen Platz, ergo kaufe ich Stoff nur, wenn ich ihn brauche. Das ist zwar ökologisch besser, aber Nähblogger-Community technisch total unüblich.

Wenn ich also einen Stoff sehe, der mir wirklich gut gefällt, dann überlege ich los:

1) Wenn ich an meinen Kleiderkasteninhalt denke: Was brauche ich denn überhaupt noch?
2) Kann ich dieses fehlende Teil mit diesem Stoff überhaupt nähen?
3) Habe ich ein Schnittmuster dazu, dass mir gefällt und steht?

All diese Hürden hat dieser Stoff genommen - auf dem Schneidereimarkt. Und wurde zum Rock.


Tatkräftige "Das ist dein Ding. Aber nicht für ein Shirt. Das ist ein Rock!" - Unterstützung hatte ich von den anwesenden Damen Kathrin und Birgit. (Vielen lieben Dank an dieser Stelle!)
Ich gebe ehrlich zu, dass ich sehr happy bin, auf die beiden gehört zu haben.

Das beste dabei: er war supereasy. Super. Easy.
Ich habe das Rechteck Stoff, das ich gekauft habe, einfach zu einer Röhre geschlossen (nicht ganz - das Teil hat einen Schlitz!), eine Längsseite gekräuselt und oben ein schwarzes Bündchen, mit Gummi drin, drangenäht. Feadisch. 

Der Rock fällt zauberhaft leicht, frau ist ratzfatz angezogen und schick aussehen tut's auch noch. Alles Eigenschaften, die mir wichtig sind.



Ich fühle mich richtig wohl!


Arbeitszeit:  1 h  
Materialkosten:  ca. 25 €
Anzahl der benötigten Maschinen/Geräte: 2







Danke Kathrin!



Montag, 19. Juni 2017

Der Mensch das Tier

Astrid fragt diesen Monat nach den Tieren. Unseren Zugang dazu. Und wieder habe ich gegrübelt und nachgedacht, bis ich dann ganz klar wußte worüber ich schreiben werde.

Über den Menschen.


Ich bin eine Naturwissenschaftlerin,  okay, ich bin auch eine Künstlerin und ein Nerd, aber ich bin eben auch eine Biologin und Chemikerin. Fix.
Und als solche betrachte ich den Menschen schon häufiger mal als Tier. Eines, das diese Tatsache gerne vergißt. Ein Tier, das meint etwas Besseres zu sein. Klüger. Weil Hirn benutzen und so.

Und genau da liegt der Hund (Hehe!) begraben. Unser Hirn benutzen.


Wenn wir denn so wunderbar klug sind, wenn wir über uns hinauswachsen können, warum ja warum tun wir es dann nicht.
Kriege, Umweltverschmutzung, Armut - es bedarf nicht einmal einer Hirnhöchstleistung um zu erkennen, dass das nicht gut ist. Jeder versteht das, dazu muss man kein Schachgroßmeister sein.
Und trotzdem.

Was also wenn:
- die größten und mächtigsten Konzerne und Staaten der Welt, ach was, nehmen wir alle - alle Führungsposition auf diesem Planeten, nicht von den gierigsten, durchsetzungsstärksten, narzistischsten und skrupellosesten Menschen geführt würden (denn nur diese stehen den Kampf nach oben durch, beziehungsweise sind gewillt sich derlei anzutun - die menschliche Form des "Survival of the Fittest" ), sondern von solchen, die mit Bedacht handeln, mit Verantwortung gegenüber den Menschen und dem Planeten (inkusive der anderen Tiere).

 
Zugegeben:
es wäre weniger schlagzeilenliefernd, weniger "Action", weniger "Wild Life".

Es wäre dann wohl mehr ..
Mehr Shakespeare



Ob ihr diesen Text als lobendes Ziel betrachtet, oder als das große Scheitern (so wie Hamlet) das überlasse ich euch.

Tier. Mensch. Mensch. Tier. Von außen betrachtet, gibt es keinen wirklichen Unterschied. Okay, einen gibt es. Der Mensch ist grundsolide gefährlich für alle anderen.
Und das trotz des tollen Gehirns.

Nun ja, nun kann man resignierend zu Boden blicken und meinen, dass man da eh nix machen kann, oder...
.. man schaltet sein Hirn ein!





Und weil sich Shakespeare gesungen einfach unglaublich gut anhört,
empfehle ich euch heute noch kurz ein wenig haarigen William. Enjoy!



Anmerkung: die Bilder in diesem Post, auch jenes zum Text aus Hamlet, habe ich mir bei Unsplash geholt.  Mehr dazu hier.

Freitag, 16. Juni 2017

Gelsen KW 24 - die Billboard Charts und ihre Ausreisser

Die US - Billboard Hot 100, das ist wohl die berühmteste Hitparade, die's gibt. Jede Woche neu und das seit 1945. Die Vereinigten Staaten sind für Popkünstler ein wichtiger Markt. Die Billboard Charts einmal als Nummer 1 anzuführen, der Ritterschlag eines internationalen Künstlers.



Zur Zeit wird diese Hitparade von "Despacito" angeführt. Louis Fons & Daddy Yankee feat. Justin Bieber sind die Künstler dazu und der Song ist, und das ist heute hier wichtig, in spanisch.

Das kommt nämlich nicht oft vor, dass in Amerika, genauer, in den USA, ein nicht englisch gesungener Titel die Hitparade anführt.
Um nicht zu sagen selten.

Das liegt weniger daran, dass die Amerikaner andersprachige Songs nicht so sehr schätzen, als vielmehr daran, dass die eigene Pop/Rock/Country usw. Szene eine dermaßen lebendige ist, dass da gar nicht viel Platz für Musik von "draußen" ist.

Wir schreiben 2017 und ein spanischer Song führt also die Hot 100 an. Das letzte mal ist das, Trommelwirbel, 1987 Los Lobos mit "La Bamba" gelungen.
1987.
Das sind 30 Jahre.



Um einen angersprachigen Song zu finden, muss man danach aber nicht mehr 30 Jahr weiter nach hinten. Die neue deutsch Welle schlug nämlich ein in den USA. Damals in den 80ern.
Meine Wiener Brust schwillt stolzerfüllt an und  FALCO, Seufz, betritt die Bühne. Da Bua! Da Hansi! Mit "Rock me Amadeus" stürmte er 1986 die Billboard Hot 100 und schaffte es auf die Eins.
Er war ein Punker und er lebte in der großen Stadt.... :-) . Übrigens wurde der Hansi erst nach 3 Wochen von Prince abgelöst. "Kiss" übernahm die Spitze.



Im Jahr davor kam Nena mit "99 Luftballons" bis auf Platz 2.

Grundsätzlich tauchen immer wieder mal spanische Songs auf, die es in die Hot 100 schaffen, das liegt mit Sicherheit auch an der Bevölkerungsentwicklung in den Staaten und an der Nähe.

Neben den deutschen "Ausreißern" in den 80ern in eine völlig anderes Sprache ist einzig noch Psy erwähnenswert. Sein "Gangnam Style" ist auf koreanisch gesungen. Psy schaffte es bis auf Platz 2. Er kann sich ja damit trösten, dass sein Video alle Rekorde gebrochen hat. (interessante Zusatzinfo gab's dazu im Post letzte Woche)
Wenn man sich konzentriert, dann kann man's auch hören,
das Koreanische.
Habt ein schönes Wochenende euch!


Gelesen hier:
Washington Post
nachgeschlagen hier:
Billboard Hot 100 Chart Archive 1986

Mittwoch, 14. Juni 2017

Meine selbstgemachte Jeans - Schritt 3: passt / passt nicht

Okay. Fertig genäht. Voila: die Rohversion.

Positives voraus: es handelt sich eindeutig um eine Jeans. :-) Der Hosenschlitz war dank dieses Videos ein Klacks (no joke). Und überhaupt war die ganze G'schicht soweit eine harmlose.

Jetzt kommt aber in dieser Geschichte eben der spannende Part. Das Ding soll ja ein bissi näher an mich ran. Ich erwarte auch nach den ersten Änderungen noch keine Traumjeans, wohlgemerkt. Ich bin mir bewußt, dass das mehrerer Arbeitsschritte bedarf.

Dieses Teil hier wandert jedoch nicht in den Müll. Das wird dokumentiert hingebastelt. So gut wie es halt geht, learning by doing quasi ... und dann schaumaweita.

Wir haben nicht nur Jeans, nein auch Katzen ;-)

zu ändern:

- die Länge (das sind fast 20cm!)

- die Beinweite (da werde ich mich an die Anleitungen von Stephanie von So!Pattern halten und nicht nur außen, sondern auch innen etwas Stoff wegnehmen - das habe ich nicht gewäscheklammert, wiedennauch?)

- der Bund: ich weiß noch nicht ob ich einfach drüberrattere, oder ob ich ihn - den Bund - komplett runternehme, die Seitennaht öffne ... hm, nein, soeben entschieden, ich rattere :-)

- danach werde ich schauen wieweit im Schritt irgendwelche eigenartigen Falten entstehen und wie sich der Po präsentiert.

- Ach ja und die Passe: denn so geht das gar nicht. Die Passe geht mir ja über den halben Po. Für eine weitere Jeans, werde ich daher die Naht verschieben, das Beinteil verlängern quasi. Und die Passe schmälern. Ansonsten sag' ich mal, sitzt die Passe erstaunlich gut. Potaschen lasse ich vorerst mal weg.


Frau beachte bitte die farbliche Übereinstimmung der Wäscheklammern :-)

All diese Änderungen werde ich notieren und auf das Schnittmuster übertragen. Soweit mein Plan.

Nun noch kurz ein paar Fragen, die ich offen gelassen hatte:

STOFF : Ich habe diesen Stoff auf dem Schneidereimarkt bei Helga gekauft. Es ist ein leichter Denim, dunkel, 100% Baumwolle und ohne Elasthan. Auf dem Zettelchen stand: "italienischer Denim" - mehr hier: Schnittmenge



SCHNITTMUSTER : Nun, ich war ja auf der Jeanswerkstatt, ihr erinnert euch. Dort erhielt man ein Schnittmuster für eine Jeans. Vorteil vor Ort: die Jeans war in allen Größen fertig genäht zum Anprobieren vorhanden. Hilfreich sowas. Aufgrund dieses Testanziehens habe ich Größe 36 genäht und ich wußte auch schon im voraus, dass die Hose nicht perfekt sitzt. Wobei es sich - ich bin jetzt ganz ehrlich - anfühlt, als wäre diese hier eine komplett andere Hose. Das Teil auf der Jeanswerkstatt saß schon anders.
Aber, naja, anderer Stoff, andere Näherin ... we know!
Es gibt diesen Jeanswerkstatt Schnitt mittlerweile auch in Helga's Shop. Und es gibt auch einen Männerschnitt. Falls wer dem Übermut völlig erliegt :-)

Laut Adam und dem Riesen wird der nächste Post dann wohl
richtig interessant.
Ich hoffe, ich schaffe es bis nächste Woche!


Für alle Interessierten: Helga spielt sich ernsthaft mit dem Gedanken im Oktober noch einmal eine Jeanswerkstatt auf die Beine zu stellen. Just for Info

Mehr zum Thema:

Meine selbstgemachte Jeans - Schritt 1
Meine selbstgemachte Jeans - Schritt 2
Die Jeanswerkstatt

Dienstag, 13. Juni 2017

Maleficent Shirt

Emanzipiert bis zum geht nicht mehr. Feminismus für Fortgeschrittene. Eine Elfe, eine Teufelin, eine Frau.
Ich habe einen leichten Faible für Maleficent.

Und meine Tochter auch!
Dazu kommt, dass dieser Film voller Frauen ist. Also es gibt im Film einzig 2 Männerrollen. Einer ist der Böse, einer Maleficent's "Assistent". ;-) Und trotzdem geht das Teil als Action-Fantasy-Teil durch. Nix rosa-Glitzer-Girl.
Maleficent.
We are in Love
Und das Shirt ist auch cool!


Arbeitszeit:  2 h  
Materialkosten:  ca. 18 €
Anzahl der benötigten Maschinen/Geräte: 4





Freitag, 9. Juni 2017

gelesen KW 23 - 32 Bit Integer oder YouTube kann nicht mehr weiter

Also diese Geschichte heute, die habe ich schon vor einiger Zeit gelesen.  ... und ungefähr auch verstanden. Jetzt bin ich über drei Ecken wieder drüber gestolpert und diesmal wollte ich's wissen.

Wiewaswo hat YouTube aufgehört zu zählen als das viral gegangene Video von Psy "Gangnam Style"  2.147.483.647 Views erreicht hatte?
Das ist nämlich passiert. Der Zähler blieb einfach stehen. Das ist im Web natürlich aufgefallen und die Community rätselte nicht lange rum.


Schnell war klar, dass es an der Programmierung lag. YouTube konnte bis vor 3 Jahren eben nur bis dahin zählen. Easy. Als die Plattform seinerzeit gegründet wurde, schien die Zahl riesig. Groß genug. Ein Glasdach, das man sowieso nie erreichen würde.
Damals gab es noch keine Sozialen Netzwerke.

Also egal ob einem der Song jetzt was sagt und auch egal, ob man sich darüber wundert, dass dieses Video so häufig gesehen wurde. Warum diese Zahl? Darum ging es mir.

Es ist wie folgt.
Bits, Bytes .. schon mal gehört? 0 und 1, binärer Code und so? Da klingelt's sachte, bei manchen leise, bei manchen lauter. Gehört haben es alle schon mal.


Also, hier jetzt die Erklärung mit den Zahlen und den Computern.
Nimmt man die Zahl 0 als Bit - dann gibt es exakt einen Zustand für diesen Bit - nämlich Null.
Nimmt man die 1 dazu, dann gibt es 2 Zustände, eben Null und eins.
Nimmt man zwei Stellen mit 0 und 1, dann gibt es 4 Möglichkeiten: 00, 11, 10 und 01
bei drei Stellen sind es dann 8 Möglichkeiten (000, 001, 010, 011, 100, 101, 110 und 111)
Klar?
Man geht immer alle Möglichkeiten durch.
Das bedeutet bei vier Stellen dann 16 Möglichkeiten; bei acht Stellen bereits 256 Möglichkeiten etc.

Gedankenspiel:
Im Computer wird jetzt jeder dieser Zahlenkombinationen (eigentlich 0,1-Kombinationen) eine Zahl fix zugeordnet. Also eine richtige, ganze Zahl.
In einer Computerwelt, die auf 16 Möglichkeiten (nennt man 16 Bit Integer) basiert, wäre somit die höchstmöglich darstellbare Zahl 256. Danach gibt's nichts mehr. Ende des Universums quasi.

Bleiben wir bei diesem Gedankenspiel, dann gibt es aber keine negativen Zahlen. Das ist wichtig.

Nun war YouTube mit einem 32-Bit-Integer programmiert und die höchste darstellbare Zahl war demnach: 4.294.967.296.
Ein Computer benötigt für jede Zahl genau eine  Zahlenkombination, auch für die, die ins Minus gehen, also für -4, -5 etc. Auch hier kriegt jede Zahle eine 01-Kombi zugewiesen.
Also. Logik total geht die Hälfte der möglichen Zahlen für die Minus-Zahlen drauf und man kommt dann nur bis ...

genau
bis zum Gangnam Style




PS: die Programmierung wurde seither auf einen 64 Bit-Integer erweitert, was, wenn ich richtig liege, bedeutet die Grenze auf 9.223.372.036.854.775.808 Views verschiebt.



hier gelesen und gecheckt:
Economist
Focus
Wikipedia

Mittwoch, 7. Juni 2017

Meine selbstgemachte Jeans - Schritt 2: der Anfang

Es ist soweit. Gut Ding braucht Weile. Ich mach' mir mit sowas doch keinen Extra Streß!
Ich nähe mir eine Jeans.
Genaugenommen nähe ich mir eine Jeans, die ich noch werde anpassen müssen. Aber um zu wissen wiewogenau - muss ich sie erst mal anhaben.


Also habe ich mir alles besorgt, das ich eben noch nicht im Haus hatte (in dem Fall so ziemlich alles - auch eine neue Erfahrung).
Und dann noch etwas Neugier aufkommen lassen und .. den nötigen Mut.


Ich mach's mit Nieten - ich finde das muss so!

Nachdem ich diese Jeans als eine Art Testjeans betrachte, ist der Druck nach Perfektion raus. Das was ich brauche ist Ausdauer und den Willen, den Schnitt an mich anzupassen.

Der Blick auf das Schnittmuster hat mich schon mal erschaudern lassen. Das sieht RIESENgroß aus. Ich nähe eindeutig zu viel für meine Kinder und habe null Abschätzungserfahrung, was ausgewachsene Dimensionen betrifft.. Alles in mir sagt: "NIEMALS bin ich sooo groß!"
Dass die Teile mit inkludierter Nahtzugabe gezeichnet sind, hilft da nicht wirklcih. ;-)

Aber ich erinnere mich noch sehr gut an den mittleren Herzinfarkt, den ich erlitt, als ich mir ein Unterhoserl (hihi "-rl" passt ja gar nicht) genäht habe. Die ist ja auch ein ein-Mann-Zelt.
Und sitzt gut. Lernkurve quasi.


Und weil man es ja immer vergißt, das Abpausen und das Zuschneiden, habe ich es diesmal ganz bewußt gemacht. Das hat geholfen. Schritt für Schritt.

Überraschend dabei; es war cool! Und zwar, weil ich mich ausgekannt habe beim Durchpausen.
Ich weiß ja nicht, wie das bei euch so ist, aber ich habe immer wieder so Momente mit Schnittmustern - vor allem bei Hosen - da gibt es Teile, die sagen mir nichts .. nichts. Ich weiß nicht wozu die gut sind. Und da ich Nähanleitungen, na sagen wir mal, überfliege, habe ich dabei die Erfahrung gemacht, dass man das eine oder andere Teil auch einfach weglassen kann/konnte.

Diesmal jedoch, war mir alles vertraut.
"Net schlecht!", sagt der Wiener dazu.

Zur Zeit stecke ich mittendrin. Der Anfang ist also gemacht. Bund fehlt noch und das wird wohl auch noch ein paar Tage so bleiben. 
Eines zeichnet sich jedoch ganz deutlich ab:


Sie ist viel zu lang.
Anpassungen kann ich aber erst machen, sobald sie komplett ist. Klar. Da verschiebt sich ja ständig etwas.
Ich werde Fotos machen, ich werde berichten. Fix. Post Jeans Schritt 3 kommt nächste Woche (Holzkopf!)

Damit das Ändern mich nicht auffrisst, habe ich spaßhalber schon ein Pinterest - Board mit Tipps angelegt. Ihr seht, ich bin gewappnet.

Spannend!

Passend dazu:


        
Meine Jeans - Schritt 1
Jeanswerkstatt
 

Dienstag, 6. Juni 2017

Schneidereimarkt 2017

Und kaum schaut man einen Moment weg ist auch schon ein Jahr um und der 2. Schneidereimarkt steht vor der Tür.
So ist es mir ergangen. Und wieder habe ich beide Tage dort verbracht und wieder war ich beglückt, eigentlich beüberglückt, und wieder habe ich Tage gebraucht um wieder runter zu kommen von der Wolke auf der ich mich befand.

So. Und was schreibe ich jetzt über dieses Wochenende auf dem Schneidereimarkt. Nun, das Erwähnenswerteste (welch Wort) ist die Intensität des Austausches, es ist auch dieses Jahr gewesen, wie im Vorjahr (hier nachzulesen). Intensiv.
Aber dasselbe nochmal niederzuschreiben widerspricht mir, also habe ich mir 2 Standln herausgepickt, die ich euch kurz vorstellen möchte. Jene Menschen und ihre Produkte, die mich am allermeisten .. erfüllt, interessiert und begeistert haben. Hier quasi die 2-Standl-Quintessenz direkt durch den mamimade-Filter.

Helga ist der Schneidereimarkt
Nummer eins: brandless.
Wie der Name schon sagt: eine Marke ohne Markenname. Shirts, genuagenommen. Fair produzierte, GOTS zertifizierte Baumwoll-Shirts. Sehr gut verarbeitet (in Indien - Fabrik wird vom brandless-Besitzer besucht), Top Qualität, Basic Farben, guter Schnitt.

Kurz: genau mein Ding. Seit ich meinen Kleiderkasten ausgemistet habe, bin ich schrittweise dabei die Dinge die benötigt werden nach Möglichkeit fair und/oder bio am besten beides zu bekommen. Shirts sind da ja eher eine leichte Aufgabe.

Es ist dann aber doch etwas anderes direkt mit dem Geschäftsinhaber zu sprechen, die Idee dahinter erklärt zu bekommen, der direkte Kontakt halt. Ehschonwissen. Und: er ist aus Wien. :-). Österreich halt. Das hat bei Einkäufen ein versandtechnisches Detail, zudem kriegt man die Shirts im Moment auch in zwei Weltläden in der Stadt. Real quasi!



Brandless bietet Shirts aus GOTS zertifizierte Baumwolle, die unter fairen Bedingungen und unter Bezahlung von existenzsichernden Löhnen (im Unterschied zu Mindestlöhnen - nachzulesen hier) in Indien gefertigt werden. Das winzige österreichische Unternehmen ist Mitglied im Young Designer Programm der Fair Wear Foundation.

Sie akzeptieren weder Kinder- , noch Zwangsarbeit, verlangen existenzsichernde Löhne für die Arbeiter, Arbeit frei von Diskriminierung, rechtlich bindende Arbeitsverträge und geregelte nicht exzessive Arbeitszeiten und zu guter letzt verlangen sie noch für ihre Arbeiter ein freies Versammlungsrecht und echte Tarifverhandlungen.
(erschütternd, dass man sowas extra verlangen muss!)

Um der Fabrik auch die Möglichkeit zu geben, all das umzusetzen, haben sie länger als übliche Produktionszeiten vereinbart und regelmäßig werden die Fabriken auch persönlich besucht und mit den Arbeitern gesprochen.


Für euch noch kurz etwas Zusatzinfo zu den Shirts:
Der Damenschnitt ist wunderbar. Ein bißchen mehr Halsausschnitt, gerade richtig. Feminin, nicht superfad. Die Baumwollqualität ist auffallend angenehm. Zu beachten: die Shirts gehen beim ersten Waschen etwas ein.
Ich habe mir ein paar Stück mitgenommen. 18€ das Shirt (selber Preis auch für Männer)
Die Nummer zwei auf meiner das-muss-ich-euch-noch-erzählen-Liste ist und bleibt unverrückbar die Familie Lorenzi und ihr total genial verrückter Scherentick.

Jede von uns hat mindestens eine davon. Manche haben noch die von ihrer Mutter, andere haben sich irgendwann irgendwo irgendeine gekauft ohne viel darüber nachzudenken.
Genau so eine war ich. Schere muss schneiden sonst nix.
Klar, man sollte schon ein wenig drauf achten, denn, wenn sie das mal nicht mehr so zuverlässig tut - das Schneiden - dann wird es bekanntlich mühsam.
Scheren schleifen kann schließlich nicht jeder und in der heutigen Zeit kauft frau sich meist einfach eine neue. Gibt's beim Ikea ja im 3er Pack zum Preis von ein paar Teelichtern.

Sieht so harmlos aus, aber man kommt gar nicht so leicht dran vorbei - der Tisch der Lorenzis. :-)
Aber öha!
Hat man mal eine Weile mit den Leuten der Familie Lorenzi verbracht, dann weiß man: eine Schere ist so viel mehr als nur ein Ding zum Schneiden.
Und wenn man mal in aller Ruhe ein paar verschiedene Scheren in der Hand hielt und sie - klingt jetzt etwas banal - auf und zu gemacht hat, dann kriegt man es mit.
Es gibt Scheren, die passen genau in meine Hand. Meine Größe, meine Gewichtsklasse .. als wären sie immer dort gewesen. Es gibt Scheren, die kriegt man kaum auf, andere die .. die, wie sag' ich's, die wackeln, die scheppern, die sind irgendwie lose.

Das ist schon mal ein Aha.
Wenn man dann sieht, dass auch in die herkömmlichen Scheren ein geplantes Ablaufdatum (Obsolenz) eingebaut wird, sodaß man sie zwar schleifen, aber danach nicht mehr zusammenschrauben kann, ui, dann fängt es im Magen zum Kochen an.
Scheren als Wegwerfartikel. Ich wäre nie auf die Idee gekommen. Oh, wie ich dieses System des Geldmachens verachte.

Diesselbe Schere, links so kriegt man sie von Oma, rechts so sieht sie nach dem Säubern und Schleifen aus.
Es gibt sie verspielt und verschnörkelt (und liegt trotzdem gut in der Hand) und RIESENgroß, sodaß man besser vor Gebrauch den Bizeps ein wenig trainiert. Es gibt Scheren fürs Stickfadenabschneiden und Scheren für den Alltag in der Küche, die man öffnet, auseinandernimmt und in den Spüli steckt. Ach es ist genau wie mit den Stoffen: Ich habe jetzt zwei Scheren auf einer Wunschliste. Punkt.

Soviel will ich euch mitgeben: eine gute Schere kann man vererben. Die geht nicht kaputt. Eine gute Schere, die liegt wunderbar in der Hand, die kann man schleifen lassen und sie sieht danach aus wie neu.
Ist schon eine kleine Nachdenkerei wert. :-)
Soweit mein Beitrag für euch.
Ich hoffe, das gibt euch ein bißchen etwas weiter, von dem, was ich da so entdecken durfte.

Besonders bedanken möchte ich mich bei Helga (ganz oben im Bild), die mir mit ihrer Idee schon das zweite wunderbare Wochenende geschenkt hat und natürlich bei Birgit, die es irgendwie übersteht ein ganzes Wochenende durchgehend mit mir zu verbringen. Und dann waren da noch ganz viele andere Bloggerdamen, die mich zum Strahlen gebracht haben. Dank an euch alle! Ich hatte eine brillante Zeit.
Ich sage nur: jede Menge Sachertorte für mich!


Ach ja, Stichwort Birgit. Auch sie stellt euch heute ihre drei
besonderen Standln vor. Schaut doch mal vorbei.


Mittwoch, 31. Mai 2017

Spaziergang durch den Burggarten - Mai

Der Burggarten, so stelle ich jedesmal aufs Neue fest, ist ein Menschenmagnet. Versteckt wie er liegt, finden ihn doch alle. Und sie genießen ihn, das kann man deutlich sehen.


Und weil ich darum gebeten wurde, heute eine kleine Collage um zu verdeutlichen, dass dieser Parlament - Cubus punktgenau in sein Höfchen passt.  Da ist rundherum gerade genug Luft, als dass man es eben noch nicht beengend empfindet. (war mein Magisches Motto - Kontrast Beitrag letzten Monat)

Wird beim Draufklicken größer

Um lichttechnisch etwas anderes bieten zu können werde ich wohl, bitterbitter,
in der Früh in den Burggarten wandern müssen. 

Das könnte ich mit einem meiner Guten-Morgen-Läufe verbinden,
wobei das mit Kamera ... naja, mal sehen.






 
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