Mittwoch, 1. Juni 2016

Preis und Wert - Eine Nachdenkanregung / This is not okay

Diese Preis und Wert Geschichte aus dem Katalog, die geht mir echt nicht recht aus dem Kopf. Was ist ein Shirt eigentlich wert?
Das Material?
Die Zeit, die drin steckt?
Die Idee des Designs?
Was noch?

Der Wert

Zum einen ist da das Bekleidungsstück, also die Aufgabe dessen. Ein Shirt zieht einen an. Der Körper ist geschützt und dann - heutzutage viel wichtiger -  zeigt ein Shirt den anderen, wie ich gerne gesehen/wahrgenommen werden möchte. Ein Statement!
Was ist das wert?

Nun, die Antwort auf diese Frage kann jeder eigentlich nur persönlich geben. Denn manchen Menschen ist Mode tatsächlich unwichtig, anderen wiederum das A und O im Leben. Wie ist das mit euch? Wie wichtig ist Bekleidung? Welche Rolle hat die Funktionalität für euch? Welche der modische Aspekt? Wie unbequem darf ein Kleidungsstück sein, sodass ihr es noch anzieht, weil es so gut gefällt? (das lässt tief blicken ;-)

Der Preis

Wie ich es auch drehe und wende, wohin ich auch schaue: alles wird gemessen am billigsten Teil, das man überhaupt irgendwo kriegen kann. Die Schnäppchen-Kultur hat unsere Sicht auf den Preis von Kleidung völlig im Griff!
Ein Shirt, egal wie aufwendig, egal wie einzig (im Sinne von das gibt es nur einmal auf diesem Planeten) wird gemessen an einem weißen, simplen T-Shirt, das in Masse (millionenfach) und unter Ausbeutung produziert wird.

Soll heißen, hier werden Äpfel mit Birnen verglichen! Ein Shirt, wie dieses hier, das ich für meine Tochter genäht habe und das ich hier als Beispiel benutzen möchte, erntet gelangweilte Blicke, vorwurfsvoll gar, nach dem Motto ich würde mich krass selbst überschätzen, wenn ich dafür verlangen würde, was an Arbeit tatsächlich drin steckt.

Wir haben verlernt den Preis eines Werkes auch nur zu nennen, weil ihn keiner bezahlen will. Das bekommt man als Nähblogger durchaus des öfteren zu spüren.

Um diese Diskrepanz zwischen dem was die Leute erwarten/glauben und dem was tatsächlich drin steckt mal sichtbar zu machen, habe ich dieses Shirt für euch "auseinanderklaviert". Und die Kosten der Herstellung (ohne jeglichen Gewinn wohlgemerkt) zusammengestellt.

In diesem Shirt meiner Tochter stecken

folgende Materialien:

2 verschiedene Stoffe à 60cm, dazu ein Bündchenstoff. (ca. 30 €)
Eine Stickdatei aus einem Set (Setpreis: 13 €)
eine selbstentworfene Plotterdatei (Schriftzug) (nur Zeit, keine Extrakosten)
3 Folien (zum Übertragen des Sujets auf das Shirt und eine Bügelfolie für das mamimade) (ca. 2 €)
2 Stoffmalfarben (je 2,60 €)

Benötigt habe ich folgende Geräte:

Nähmaschine
Overlock
Stickmaschine
Plotter
Bügeleisen
Computer mit passender Software

Arbeitszeit:

4 Stunden

Unweigerlich damit verbunden damit ist mein Preis. Meine Arbeitsstunde. Die Wirtschaftskammer empfiehlt 10 € zu verlangen. Für das Nähen. Ich nähe aber nicht nur. Würde ich nur nähen, wäre da kein Pony und keine Schrift in den von mir gewählten Farben drauf etc.
Egal:
Selbst wenn ich von diesem Preis ausgehen würde, käme die Arbeitszeit auf 40 € für dieses Shirt.

All das steckt in diesem Shirt!


Jede Näherin weiß das.
Aber all die anderen leider nicht.
Und um das zu ändern, schreibe ich neuerdings unter jedes genähte Werk von mir die Zeit und den Aufwand dazu. (Ein paar Leute werde ich damit schon erreichen!)

In der Profi Branche geht es ja bekanntlich nur um den Gewinn. Sprich: die Fixkosten (und von denen habe ich in diesem Post bisher geschrieben) sind nur die Basis des Preises. Auf die Fixkosten wird dann noch die Gewinnspanne draufgelegt.
Und je nach Berechnungsmodell beträgt die zwischen 50-70% des Endpreises.

Das würde für dieses Shirt bedeuten, dass auf die Produktionskosten von ca. 70 € noch mal 70 - 90 € reiner Gewinn draufgeschlagen würden. Wäre ich eine Nobelmarke, dann wohl noch beachtlich mehr.
Und da reden wir noch nichtmal davon, dass das Shirt ein Einzelstück ist.

Klar?


Liebe nähenden Mamas!
Auch wenn das hier eine Daumen-mal-pi-Rechnung ist, so ist die Aussage und die Richtung auf die ich hinauswill doch erkennbar!
Hört auf euch unter eurem Wert zu verkaufen! Was ich da auf euern Blogs sehe ist zu einem beachtlichen Teil stilvolle, hochwertige Kleidung. Zugeschneidert auf eure Kinder, euch oder euren Mann. Einzelstücke! Auch wenn ihr nicht verkauft, seid euch doch innerlich bewußt wie wertvoll das ist, was ihr da tut und schafft. Da ist viel zu viel falsche Bescheidenheit zu finden.

Laßt euch nicht von gerümpften Nasen, die keinen Schimmer haben, den Preis oder gar den Wert verderben!

Meines Erachtens sind wir näher an Louis Vuitton als an H&M mit dem was wir da tun.
Tragt diese Erkenntnis mit Stolz, mit Kraft und in dem Bewusstsein, dass ihr etwas schafft, dass es so nicht nochmal gibt!

Meine Tochter trägt mamimade!


Wie ist das bei euch?


Wir kenne von allem den Preis
und von nichts mehr den Wert!

http://mami-made.blogspot.co.at/p/this-is-not-okay.html

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25 Kommentare

  1. Diesen Post kan ich genauso unterschreiben ! Wenn meine Tochter manchmal in mit Applikationen und sonstigen Tüddeleien verzierten Kleidern daherkam, fand mein Bruder immer, ich sollte doch solche Sachen auch zum Verkauf nähen. Hä ??? Und mein Stundenlohn liegt bei 50 cent oder so ?!? Nein, bei mir wird nichts genähtes verkauft, wenn, dann wird es verschenkt, und zwar nur an Menschen, die auch den Wert dahinter zu schätzen wissen. Leider sind das die wenigsten, denn bei den meisten hat sich der Wert eines Tshirts bei 10Euro oder noch weniger im Kopf festgesetzt. Schade.

    Liebe Grüsse sendet Dir Robina

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    1. Ja auch genau mein Grund meine genähten / gestickten Sachen immer zu verschenken. Das sind Herzenswerke und ich verschenke das an die Leute, die das wirklich zu schätzen wissen, weil sie wissen, dass ich meine Zeit in ihre Geschenke investiere.

      Und leider wird es nie jemand kapieren, solange solche T-Shirts noch für 30 Euro bei Dawanda angeboten werden. :(

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  2. Das ist der Grund warum ich NIE, NIEMALS für jemanden anderen etwas aus Gefälligkeit nähe. Nur für meine Familie - weil kein anderer den Aufwand zu schätzen weiss! Ich weiss, was ich an Wert verarbeitet habe und ich weiss, was meine ZEIT wert ist - das kann mir NIEMALS jemand vergüten!
    LG Claudia

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  3. so.ist.es.

    danke, dass du uns das vor augen führst!

    busserl, kathrin

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  4. Kann ich nur so unterschreiben.
    Und deswegen versuche ich auch immer wieder den Leuten zu erklären, warum ich nur für uns nähe. Ausnahme sind Geschenke.
    LG Kristina

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  5. Hallo,

    wirklich gut geschrieben. Und das mit der Arbeitzeit etc. ist mir in deinen Beiträgen nun schon öfters aufgefallen und finde ich eine wirklich gute Idee. Leider hat kaum jemande (der nicht näht) eine Ahnung wieviel ich überhaupt für einen Meter Stoff (guter Qualität) bezahle...

    Liebe Grüße,
    Cornelia

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  6. Liebe Susanne, du sprichst etwas wichtiges an. Für mich stellt sich nur die Frage, wie lässt sich Wert/gut kalkulierter Preis mit dem Markt/Schnäppchenjagd vereinbaren. Überlassen wir den Ketten den Markt und ziehen uns aus der Produktion zurück? Verkaufen wir uns unter Wert und steigen ein ins schon längst laufende Preisdumping auf div. Kreativ-Plattformen im Netz? Machen wir uns also selbst den kleinen Mark kaputt, den es überhaupt noch gibt? Sollten wir die DIY-Bewegung unterstützen und immer mehr Menschen befähigen, sich von den Modeketten lossagen zu können weil sie sebst nähen können? Was kann der gangbare Weg sein?

    Ein erster Schritt ist, kollektiv für den Wert der Dinge, die wir tun, einzustehen. Und standhaft zu bleiben, wenn der Gegenwind ("Waaaas sooo teuer?! Spinnst du?!) uns ins Gesicht bläßt. Das funktioniert aber eben nur kollektiv. So lange Frauen (ich nenne mal das am stärksten vertretene Geschlecht) aber ihre Sachen verkaufen mit dem Satz "Ach ich will da nix verdienen, ich berechne nur die Materialkosten, ist ja mein Hobby", so lange werden wir nicht aufhören können, dagegen anzurennen und anzuschreiben.
    Ganz liebe Grüße
    Janine

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    1. Ich denke, dass wieauchimmer die Lösung am Ende aussieht, zunächst einmal die innere Einstellung geändert werden muss. Nur weil wir kein Diplom haben, haben viele das Gefühl sie KÖNNTEN das nicht und daher dafür auch nicht wirklich Geld verlangen. Und das ist absoluter Schwachsinn.

      Langfristig muss man sagen, denke ich, dass wir uns ganz allgemein an die falsche Klientel wenden. Am Weihnachtsmarkt findet man nicht viele Leute, die ihren Kids Shirts für 60 Euro kaufen.
      Dazu kommt das Marketing. Mamimade z.B. klingt hausbacken, klingt schon nach selber gemacht, nach nicht das Beste. Ich müsste, würde ich verkaufen, meine Sachen mehr unter Childhood Deluxe anbieten.
      Dann wüssten einige schon im Vorhinein, dass es bei mir nix günstiges gibt.

      Selbstbewusstsein ist allerdings der Start, davon bin ich überzeugt!
      Und dazu versuche ich heute anzuregen.
      Meine Kids tragen Nobelkleidung! Und das ist unglaublich cool!

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    2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    3. Ah ja Janine, bei dem Spruch "Ich will mir ja nur mein Hobby finanzieren" bekomme ich immer die heillose Wüte! Dann soll die gute Frau doch bitte ihre Nachbarn, Kindergruppen, Verwandschaft, Freundeskreis benähen und mit ihren Dumpingpreisen, nicht den Wert von Selbstgemachten zerstören.
      Ich würde für ein 0815 Standartshirt aus hochwertigem Material mindestens 70€ verlangen. Gebe ich es billiger her, deklariere ich einerseits selbst, dass Kleidung nix wert und ein Wegwerfartikel ist und spiele andererseits den Designern in die Hände, die zwar überteuert verkaufen aber trotzdem in den selben Fabriken produzieren lassen, wie die Billigmarken. Und das nur weil ihr Label "angesagt" ist (Wer sagt das eigentlich?!)
      Wenn ich etwas über einen Laden verkaufen würde, wäre es mir z.B. wichtig, dass es dort seinen Preis hat, unabhängig davon, wie viel ich bekomme.
      In unserer Gesellschaft, spiegelt (und gaukelt) allzu oft, der Preis den Wert.
      In diesem Sinne wünsche ich mir viel mehr Selbstbewusstsein unter den DIY Verkäufern auf diversen Plattformen.
      LG Birgit

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    4. Susanne, du hast vollkommen recht. Egal ob für uns, die Familie oder als Broterwerb. Es muss in uns verankert sein, dass wir etwas wertiges erstellen. Dass wir - ob nun gelernt und mit Diplom oder auf dem selber beibringen Umweg - eine Fähigkeit haben, die gut und wert ist, auch als solche geachtet zu werden.
      Das beginnt ja nicht mal beim Preis im Falle des Verkaufs, sondern oft auch schon im Freundeskreis. "Was du nähst selbst? Habt ihr nicht genug Geld um euch Kleidung zu kaufen?"
      Das mit der falschen Zielgruppe mag stimmen. Ich weiß nur nicht, ob ich die angedachte Zielgruppe wirklich ausschließlich bedienen möchte. (Also theoretisch gesprochen)
      Soll selbstgemachtes exklusiv sein? Klar, bei unseren Lebenserhaltungkosten wird ein Einzelstück schnell teuer (für den knappen Geldbeutel). Da dreht sich dann die Spirale und die Antworten wären wohl: Weniger konsumieren, dann kann man sich auch ein teures Stück leisten statt fünf billige. Und die weniger betuchten tatsächlich zum DIY befähigen.
      Ich finde die Vorstellung wirklich schön. :)

      Janine

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  7. Danke! Auch mir öffnet dieser Beitrag die Augen, auch wenn ich nur für meine Tochter und mich nähe! Ach, ich nähe dann mal schnell! Ich glaube, ich muss mich einem Kleidungsstück mehr beschäftigen und mit mehr "Liebe" pimpen. Du schreibst so toll über die Liebe zu deiner Tochter, um sie mit vollem Wert in etwas kostbaren zu kleiden! Ich danke dir!

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  8. Dem brauch ich eh nix hinzuzufügen... doch... du hast ja noch gar nicht erwähnt, dass auch die Maschinen mal angeschafft wurden und Service brauchen... das sind dann auch noch Kosten die entstehen und an die keiner denkt... und 10€ (?!) das wird von der Kammer vorgeschlagen... Phuu... wenn ich bedenke, dass meine Putzfrau 12 bekommt... da sollte ich die Näherei dann doch mal überdenken.... Putzen statt Nähen ... hmmm... das klingt übel... ich bleib doch besser beim Nähen und kreativ sein... für mich, für uns, für alle die ich lieb hab und für diejenigen, die das entsprechend honorieren (falls es die gibt)
    Tolles Shirt... erinnert mich allerdings eher an Oillily als an Louis Vuitton (der gefällt mir eh gar nicht)
    Bussi
    Birgit

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  9. Liebe Susanne, da unterstütze ich dich gerne - im Anregen, sich selbstbewusster zu geben und vor allen Dingen auch zu fühlen!!
    Ich denke, es kommen einige gesellschaftliche Denk- und Verhaltensfehler zusammen. Zum einen ist die "Geiz-ist-geil"-Mentalität leider immer noch sehr angesehen...fast jeder prahlt gerne damit, wie billig (ich rede hier bewusst nicht von günstig) sie/er etwas bekommen hat - mit dem Ergebnis, dass viele geradezu ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn sie sich etwas teureres geleistet haben... Billig einkaufen wird irgendwie als "Erfolg" betrachtet - und Menschen, die es tun als "erfolgreich" angesehen. In den Medien werden wir überhäuft davon, dass immer mehr Menschen immer weniger Geld zur Verfügung haben (was absolut den Tatsachen entspricht und äußerst traurig ist) und es wird ständig nur davon gesprochen, was diese Menschen sich NICHT leisten können...und paralell läuft dauernd Werbung und den Menschen wird geradezu eingetrichtert, dass es normal ist, wenn man sich alle paar Tage neue Klamotten kauft... Kaum jemand macht mal darauf aufmerksam, dass es wesentlich ökologischer, ökonomischer und befriedigender ist, sich lieber weniger, aber dafür qualitativ hochwertigeres anzuschaffen. Ein großes Problem sehe ich auch darin, dass die meisten Näher eben Näherinnen sind - und Frauenwerk einfach nicht die Akzeptanz hat, wie "Männerwerk"...
    Umso wichtiger ist es, sich selbst des Wertes, was man da schafft, bewusst zu werden. Jeder, der kreativ "wertschöpft" (das ist übrigens ein derzeit gebräuchliches Wort in der Industrie!) - egal in welche Richtung, hat es verdient, dass seine Werke wertgeschätzt werden und darf auch einen entsprechenden Preis verlangen!
    LG - Beate

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  10. Sehr gut geschrieben! Sehr sehr gut! :-)
    Lieben Gruß
    Gisi

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  11. Oh da bin ich ganz bei Dir und unterschreib das mal FETT! Zudem teile ich das mal auf meiner Seite, denn die Sprüche wie "Soooooooooooo teuer" u.ä. mag ich nicht mehr hören. Alle wollen alles haben, aber kein will bezahlen. Ich habe z.B. im letzten Jahr für meine Tochter einen aufwendigen Mantel genäht, gefüttert mit Teddystoff, außen Cord, mit Pássen, mit Paspel, mit Bündchen und Plott. Es gab einige Anfragen, was ich denn dafür haben wolle und ob ich auch für deren Kind so was nähen könnte. Als ich dann sagte, dass ich dafür zwischen 140 und 160€ nehmen würde (NEU versteht sich), schluckten einige... und da ist die Arbeitszeit nicht mal voll enthalten. Konnte ich eh noch nicht, da ich kein Gewerbe hatte, jetzt aber und nun will keiner mehr...*g* macht nix, nähe ich für uns alle weiter und freu mich über das Lob meiner Liebsten.

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  12. Über Mode hab ich mir heute auch Gedanken gemacht - aber von der anderen Seite. Mode ist Kunst. Kleidung ist unsere zweite hülle und sagt etwas über uns aus. Auch wenn ich mich für alles andere als oberflächlich halte - der erste Eindruck zählt. Ich bin ganz bewusst oft "underdressed". Ich widersetzte mich etwa ganz bewusst der Erwartung, dass Frauen zu "schönerer Kleidung" Stöckelschuehe tragen, under zumindest einen klitzekleinen Absatz. Jeans und T-Shirt - das ja wiederum meist ordentlich knallt - sind eigentlich underdresses - mit dem selbst gemacht kreigt das aber für mich einen ganz anderen Dreh. Es ist zwar einfach, aber meist wohl gewählt und auf die Gegebenheit abgestimmt.

    Was ich überhaupt nciht packe ist, dass niemand bereit ist für Arbeit die hier geleistet wird zu zahlen - in jedem Lebensbereich. Alle beschweren sich, dass es bei uns keine Arbeit gibt. Aber wer produziert denn Stofftiere, Sonnenbrillen, Schuhe,... niemand in Österreich. Wie soll es Arbeit geben, wenn wir nichts produzieren? Knoblauch aus China oder dem Machfeld? Die meisten Leute stellen sich diese Frage einfach nicht. Sie kaufen sowieso immer das billigste Produkt. Und mit Kleidung schauts überhaupt bös aus...

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  13. Danke für diesen wunderbaren Beitrag, der mir (mal wieder!) aus der Seele spricht! Ich gratuliere Dir dazu, diese Gedanken auszusprechen und damit in der Nähcommunity Denkanstöße zu geben - und Deiner Tochter zu ihrer nähenden Mami! Lieben Gruß, Karin

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  14. Unterschreibe ich komplett! Ich bin anfänglich auch der Versuchung unterlegen, einmal einen Auftrag anzunehmen. Das ist komplett unsinnig. Wenn man noch dazurechnnet, wie lange man nach Stoffen sucht und recherchiert, Fehlkäufe einrechnet...mit Designerpreisen wäre das abgegolten, mit gängigen 30-40 EUR pro Shirt NIE. Das ist einfach hirnrissig-und kontraproduktiv. Ein dickes JA für mehr Selbstbewusstsein! Liebe Grüße von Nicole

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  15. Liebe Susanne, deine Meinung kann ich so tausendprozentig unterschreiben! Die Standlerin am Weihnachtsmarkt, die ein Paar in Österreich aus reiner Schafswolle handgestrickte Socken um 12,- Euro das Paar verkauft, weil "die alten Damen ja so gern stricken" und "der Erlös kommt eh dem Tierheim zugute". Die Standlerin, die einen schön genähten und fest gestopften Lesknochen um 15,- Euro verkaufen will. Ich hab denen ins Gesicht gesagt: "Das kauf ich nicht! Das ist zu billig!" Und sie: "Aber die Leute jammern ja schon bei dem Preis, den ich verlange..." Und ich: "Dann ist das nicht Ihr Zielpublikum! Dann sind das nicht die Leute, an die Sie Ihre Waren verkaufen wollen." Ich kämpfe dafür, dass Leute (Frauen) ihre Arbeit nicht unter Wert verkaufen. Bald mehr dazu... Liebe Grüße, Gabi

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  16. Liebe Susanne
    Auch ich kann mich da voll und ganz anschliessen. Ich nähe für meine Kinder, manchmal für die zwei liebsten Freundinnen und für mich. Wenn ich gefragt werde, ob ich was verkaufe, ist die Antwort klar nein. Wenn ich gefragt werde, ob ich was für jemanden aus Gefälligkeit nähe, sage ich immer: "Nein, aber ich helfe Dir gerne es Dir selber zu nähen". Dieses Angebot wurde noch nie angenommen! Und wenn ich gefragt werde, ob sich das denn lohnt, Kinderkleider selber zu nähen, wo es doch H&M und C&A etc. gibt, sage ich: "Ja. Da weiss ich, dass ich GOTS Stoff habe und ich weiss, wer das Shirt genäht hat. Diese Sicherheit neben der Einzigartigkeit ist es mir wert". Auf diese Antwort wird meist geschwiegen....
    Danke für Deine vielen tollen Artikel!
    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Sabine

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  17. Danke, dass du uns mal die Leviten liest! Ich bin auch so eine, die sich beim Nähen immer kleiner macht als sie ist, aber das hat nun ein Ende!

    Ganz lieben Gruß von
    Fia

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  18. Danke für deinen Post. Jetzt kann ich doch tatsächlich besser einschätzen, was meine Geschenke so wert sind. Ich liebe es, Dinge selber zu machen und mich zuvor bei DaWanda inspieren zu lassen. Gefühlt sind die selbstgemachten Sachen dann aber doch meistens recht günstige Geschenke, weil ich nur den Materialpreis bedenke und nicht die ganze Zeit, die ich rein stecke, oder auch oft vergesse, was die kleinen Zusatzdinge gekostet haben, die dann noch mit rankommen.
    Verkaufen könnte ich die Sachen auch nie. Der Preis für die kleinen Teile, den andere bereit wären zu zahlen, würde einen absoluten lächerlichen Stundenlohn bedeuten. Da bin ich mit meinem Job, den ich ebenfalls über alles liebe, deutlich besser dran.
    Dein Post hilft beim Umdenken. Dann reicht bei einem Kindergeburtstag tatsächlich als Geschenkt ein selbstdesigntes Shirt. Oder der Leseknochen für die Bekannte ist dann schon ganz schön teuer - nein besser: wertvoll.

    Liebe Grüße
    Co

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  19. Du sprichst mir aus der Seele! Wie oft werde ich gefragt, warum nähst du nicht für den Verkauf? Und wenn ich dann frage: "Würdest du für dieses Shirt 90€ bezahlen?", dann folgt betretenes Schweigen. Ich habe genau einmal eine Anfrage über den Blog nach einem bestimmten Pulli mit einem ernsthaften Angebot samt Kalkulation beantwortet - nur Material und Stunden, nix Gewinnspanne, nix für den eigenen Applikationsentwurf - ich ich bekam noch nicht mal eine Antwort. Die Dame konnte noch nicht einmal absagen. Es geht hier vor allem um Wertschätzung, keiner verdient sich mit Nähen eine goldene Nase. Aber umsonst arbeiten, das mache ich nicht! Dafür ist mir meine Zeit einfach zu schade. (Mal abgesehen davon, dass die ganzen Hobbyverkäufer denen, die tatsächlich davon leben, die Preise kaputtmachen. Und das nicht nur in dieser Branche!)
    Liebe Grüße
    Mareike

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  20. Recht hast du...Auf die innere Einstellung kommt an!
    Und das Kleidungsstück entsteht ja schon viel eher, als unter der Nähmaschine...Schnittmuster aussuchen und vorbereiten... Stoffauswahl usw.

    Ich bin froh und stolz, dass meine Kinder meine Kleidung tragen und ich ohne "Mode"ketten auskomme...
    Ein großes und wichtiges Thema über das wir alle einmal gründlich nachdenken sollten!

    Liebste Grüße
    Julia

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Ich freu mich immer narrisch, wenn ihr euch Zeit für einen Kommentar nehmt!

 
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