Donnerstag, 26. Mai 2016

Warum bloggt man, wenn man schon näht?

Letzten Samstag habe ich auf dem 1. Wiener Schneidereimarkt einen Vortrag gehalten. Thema: Bloggen und Nähen: Warum bloggt man, wenn man schon näht?
Da ich weiß, dass einige von euch den Vortrag gerne gehört hätten, habe ich mich gestern hingesetzt und ihn aufgeschrieben, bevor ich ihn vergesse.
Für euch ihr Lieben!
Ich hoffe ihr habt Spaß!
Eure Susanne



Warum bloggt man, wenn man eh schon näht?
Also wenn man ja schon ein Hobby hat. Warum hängt man da noch was dran?

Für mich haben sich, nach einigem Nachdenken, zwei Gründe, zwei Antworten herauskristallisiert. Eine kausale Antwort, eine für den Anfang, ein Grund, warum ich begonnen habe zu bloggen. Und, weiter voran in meiner Blogger-Timeline dann, ein zweiter Grund, ein ganz anderer. Deswegen blogge ich heute.

Also.
Warum bloggt man, wenn man schon näht.
Nun, ich für mich blogge, weil ich nähe. Ich habe zu bloggen begonnen aus dem Bedürfnis nach Feedback heraus. Feedback von Leuten, die das, was ich da nähe, einzuschätzen wissen. Die womöglich dasselbe auch tun.
Im Kindergarten hörte ich oft (hohe, verdrehte Stimme): „Echt? Das hast DU genäht? Pfoah!“.
Das war zwar sehr nett und erfreulich, aber es war nicht, was ich gebraucht habe. Ich wollte mehr Substrat. Ich wollte über das NÄHEN reden.

Dazu muss man wissen, mein Bildungsweg besteht aus einem neusprachlichen Gymnasium, einem Pharmazie-Studium und einer Online-Marketing-Ausbildung. Nähen kommt da nirgends vor.
Ich hatte null Ahnung vom Nähen, als ich damit begonnen habe. Null. Und eine 99 € - Nähmaschine.
Ich gehöre zu den Menschen,  die „absteppen“ gegoogelt haben. Und wenn man Sachen wie „absteppen“ googelt, dann kommt man früher oder später über eine Schritt-für-Schritt - Anleitung oder ein How-to-Video auf einen Näh-Blog.
Das war schon vor 8 Jahren so.
Ich wusste also, dass es diese Leute gibt, die, wie ich, die Kleidung für ihre Kinder nähen. Von denen wollte ich Feedback.
Also habe ich mit dem Bloggen begonnen. Denn, genauso wie man sich das Nähen im Netz beibringen kann, geht das auch mit dem Bloggen. Alles da. Kann jeder lernen.

Jetzt weiß ich ja, dass hier einige Blogger im Publikum sind und die wissen ja genau, wovon ich rede, aber einige wissen vielleicht nicht ganz sicher, was ein Blog ist. Deswegen hier jetzt eine Mini-Einführung.

Ein Blog ist eine Website im Internet. Eine Art Online-Tagebuch. Ich fotografiere ein Teil, das ich genäht habe, füge etwas Text hinzu, und du kommst dann auf die Seite und wenn es dir gefällt, dann kommentierst du. In der Nähbloggerszene ist es üblich, nicht zu kommentieren, wenn es einem nicht gefällt. Wir sind sehr freundlich zueinander.
Wenn du dann nach ein paar Tagen wieder vorbeischaust, habe ich womöglich schon das nächste Teil gepostet. Das siehst du jetzt an erster Stelle und der Post von letztens ist nach unten gerutscht. Am Ende hast du eine lange, lange Schlange an Posts. Der aktuellste ist immer der erste. Das ist ein Blog.

Es gibt wohl ein paar 100 Mio Blogs. Zu jedem nur erdenklichen Thema.
Es gibt IT-Blogs ... „Wie knacke ich mein iPhone?“, politische Blogs, Blogs mit Legobauanleitungen, Blogs zum Thema Zigarren rauchen. Alles da. Keine Grenzen.
Die großen Themen, also die Themenbereiche, wo es Blogs gibt, die dann in den Zeitschriften erwähnt werden und von denen wir hören, dass sie ganz viel Geld damit verdienen, sind Food, Fashion, Lifestyle und Interior Design.
Da gibt es Blogs, die haben Millionen Leserinnen, und ja, die machen richtig Geld damit.

Und da ist sie schon: die Frage, die jeder Blogger einmal beantworten muss.
„Kann man mit Bloggen Geld verdienen?“

Nun, ich bin Online-Marketing-Manager. Klar kannst du mit Bloggen Geld verdienen. Es gibt grundsätzlich zwei Wege. Entweder du hast einen Shop und verkaufst etwas oder du machst Werbung.
Egal, welchen Weg du gehst oder welche Kombination du dir zusammenstellst, es wird dir nicht viel bringen, wenn du 5 Leser hast.
Auch mit 500 Lesern kannst du noch nicht viel anfangen. Ab 5000 kannst du dir eine Art Zubrot verdienen. Genug zum Leben wirst du machen können ab 50.000, besser 500.000 Lesern.
Und da liegt der Wurm begraben, denn 500.000 Leser oder 50.000, die muss man erst mal haben.
Weiters ist die gesamte deutschsprachige Nähblogger-Community gar nicht so groß. Die schwankt wohl, je nach grundsätzlicher Definition (Ab wann ist man noch/schon ein Nähblogger?) zwischen 5.000 bis zu 10.000 Blogs.
Daher ist das mit dem Geld nicht so einfach. Nur zur Info.

Die Nähblogger-Community, von der ich rede, in der ich mich bewege, ist eben die deutschsprachige. Das hat zur Folge, dass, was ich auch poste, meine Leser zu ca. 80% aus Deutschland kommen. Die Sprache ist die Grenze, nicht das Land. Aber, bei genauerer Beobachtung, kann man deutsche und österreichische Blogs im Moment auch ganz gut unterscheiden. Der „klassische“ deutsche Blog  wirkt sehr professionell. Hat ein Design, ein Layout, das klar ist, mit Struktur. Der Trend geht Richtung Kommerzialisierung.
Der österreichische Blog ist deutlich schmuddeliger, nicht ganz so chic, aber sehr kreativ. Viel mehr bio und Upcycling. Im Moment findet man hier mehr Inspiration. Aber die Bloggerszene ist nichts Fixes. Das bewegt sich ständig.
Neu dazugekommen sind im letzten Jahr junge Bloggerinnen. Also Frauen zwischen 20-26. Die gab’s früher nicht.
Für mich, als Online-Marketing-Mensch, ist das sehr interessant, denn der Zugang dieser Frauen zu den Online-Medien ist ein ganz anderer. Die schießen Facebook, Instagram & Co. aus der Hüfte. Man merkt das.
Es wird sehr interessant zu beobachten, wie sich die in die Gruppe einfügen bzw. wie die von der Gruppe aufgenommen werden über die Jahre. Es bleibt alles in Bewegung.

Wie man es auch immer betrachtet, es gibt viele, viele verschiedene Blogger innerhalb der Nähblogger-Community und daraus ergibt sich für mich die zweite Antwort auf die Frage, warum man bloggt.
Für mich.
Also,
stellt euch vor, alle Menschen in eurem Leben sind ein Stück Sachertorte. Ich bin Wienerin. Ich mag Sachertorte.
Also da gibt es einen Haufen Teig-Leute. Teig ist gut. Dann gibt es Marmelade-Leute und Schoko-Leute. Wer Glück hat, hat auch ein paar Schlagobers-Menschen in seinem Leben.
Ich für mich mag die Schoko-Marmelade-Schicht am liebsten. Nicht nur Schoko, nicht nur Marmelade. Ich mag die Schoko-Marmeladinger. Das sind jene Menschen, die speziell für mich sind. Schoko-Marmeladinger mit Schlagobers - das sind meine besten Freundinnen. Das sind jene Menschen, bei denen ich einen Satz beginne und sie ihn beenden. Jene Menschen, die an meinem Hallo, wenn ich bei der Tür reinkomme, schon alles wissen, das mir gerade auf der Seele liegt.
Klar?
Also.
Das wird jetzt ein bissi persönlich, aber da müsst ihr jetzt durch.
Ich habe meine eigene Art zu texten. Das muss nicht jedem gefallen, aber ich für mich spiele gerne mit Worten. Ich verdrehe sie, kreiere auch mal was Neues. Wenn ich also einen Post schreibe auf meinem Blog - ihr müsst euch das gemütlich vorstellen: Homewear, Haare unsortiert, null Make-up - also wenn ich da sitze und einen Text zu einem Bild verfasse, dann kommt das einfach aus mir raus. Und ab und dann, wenn ich halt ein Wort verdrehe, dann kichere ich glücklich in mich rein.

Die Schoko - Marmeladinger unter meinen Leserinnen jetzt, die kichern, wenn sie meinen Post lesen, an derselben Stelle. Und wenn sie mir das schreiben - per Kommentar oder Mail - dann ist meine Welt ultimativ in Ordnung. Absolut. Erfüllt.
Sie kichern an derselben Stelle - ein unbezahlbares Gefühl.

Ich habe durch das Bloggen Frauen kennen gelernt, die ich in meinem „normalen“ Leben niemals getroffen hätte. Ich habe durch das Bloggen mehr Schoko-Marmelade auf meiner Sachertorte.
Für mich gibt es zurzeit keinen besseren Grund, um zu bloggen.

Und damit ihr seht, dass es nicht nur rosarot zugeht in der Bloggerwelt, jetzt ein harter Themenwechsel.
Eine Sache liegt mir nämlich sehr am Herzen, seit ich selber Kleidung nähe. Und das ist die so genannte „fashion industry“, die Bekleidungsindustrie.
Jene Industrie, die seit Jahren die Preise am Markt so stark nach unten drückt, dass Kleidung noch nie so billig war wie heute. Trotzdem macht diese Industrie jedes Jahr nachweislich Milliardengewinne.
Wie das möglich ist, wissen wir alle. Es liegt daran, dass diese Industrie produzieren lässt in Ländern, in denen Frauen 60, 70 Stunden pro Woche arbeiten müssen. Jeden Tag. Und dabei verdienen sie gerade so viel, dass es zum Sterben nicht reicht. (Pause)

Diese Frauen wehren sich sehr wohl. So gut es halt geht. Sie protestieren und schreien in ihrem Leid, aber die Industrie denkt sich: „Lasst sie nur schreien, die sind am anderen Ende der Welt. Wir hängen bei uns ein paar bunte Plakate auf und schon hört niemand mehr diese Schreie!“ (Stille. Pause)

Ich kann diese Schreie nicht abstellen und ich will es auch nicht. Aber was soll ich denn schon tun? Alleine. Ich Wiener Mama! Ich bin nicht der Typ, der sich ein Totenkopfschild malt und damit vor der H&M-Filiale auf- und abtrabt.
Ich lese Bücher.
Harry Potter Band 4, Mad Eye Moody sagt zu Harry Potter: „Play to your strength!“ - Nutze deine Stärke!

Ich bin eine Nähbloggerin. Ich kenne andere Nähbloggerinnen. Ich weiß, dass wir einiges gemeinsam haben. Sie kichern an derselben Stelle wie ich. Womöglich weinen sie ja auch an derselben Stelle.
Also habe ich „This is not okay“ gestartet. Eine Serie mit Information zu dem Thema. Und es kam etwas zurück. Und ich habe wieder geschrieben und es kam wieder etwas zurück.
„Play to your strength!“
Was tun Nähblogger?
Nun, wenn sie sich ein Outfit genäht haben, dann ziehen sie es an, stellen sich hin (Pose) und sagen: „Schatzi, machst du ein Foto von mir?“

Was, wenn wir einen Katalog veröffentlichen? Einen digitalen Katalog, wir sind ja alle online. Ein Gegenstück zu den Katalogen, die regelmäßig in unseren Briefkästen liegen.
Was, wenn auf jeder Seite dieses Katalogs eine Bloggerin zu sehen ist? Eine richtige Frau, kein 17-jähriges Model.
Was, wenn jede dieser Bloggerin nur selbst genähte Kleidung trägt oder fair produzierte. Und das inkludiert die Schuhe.

Dieser Katalog ging letzten Herbst online. So sieht er aus (ich halte die Druckversion hoch) Auf jeder Seite eine Bloggerin. Dabei steht, weil das bei uns so üblich ist, das verarbeitete Schnittmuster, und unten ist der Link zu ihrem Blog.
Klickt euch durch, aber ich sage gleich, es dauert. Es haben knapp über 300 Damen an dieser Protestaktion teilgenommen.

300 Frauen, 300 Outfits, 300 Beiträge zum Thema.

Warum ich blogge?
Ich blogge, weil ich nähe,
und weil ich Sachertorte mag!

Danke


Meinen Bericht vom Markt findet ihr hier: 1. Wiener Schneidereimarkt

18 Kommentare

  1. Wow, vielen lieben Dank für deinen tollen Vortrag und das du ihn für uns niedergeschrieben hast <3!

    Liebe Grüße,
    KaDi

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  2. Jetzt grüßt ein Kölscher Schokoladenmarmeladinger. Und weil er sich so freut, dich persönlich zu kennen ( und immer beim Lesen deinen Tonfall im Ohr hat ) gibt's noch ein Schlagobers drauf. Und vom Herrn K. auch...
    Herzlichst
    Astrid

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  3. Toll! Das hast du wirklich super geschrieben. Der Vortrag war bestimmt klasse, da wäre ich gern dabei gewesen. Wie war denn die Reaktion des Publikums?

    Eins würde ich jedoch nicht automatisch unterstreichen "Wir kommentieren nicht, wenn es uns nicht gefällt", das trifft zumindest auf mich nur teilweise zu, denn ich kommentiere einfach oft nicht, weil ich es nicht schaffe - lesen tue ich es aber auch sehr, sehr gern und schmunzeln muss ich dann auch :-)

    Liebe Grüße,
    Katja

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  4. Ein wundervoller Vortrag. Und durch deine Videos auch direkt mit deiner Stimme im Kopf, die diesen Vortrag vorträgt... Kennenlerne durften wir uns ja leider noch nicht...
    Ich habe ja erst privat gebloggt. Bzw. hatte einen Account bei Blogger eröffnet, um bei 2 amerikanischen Freundinnen zu kommentieren, die einen privaten Blog hatten. Dann fing auch ich an, für Familie und Freunde, private Fotos zu posten, um diese an unserem Leben in der Ferne teilhaben zu lassen. Tja und dann hatte ich endlich wieder die Lust, Zeit und den Raum mit dem Nähen anzufangen... Und plötzlich war es ein Nähblog. In dem es genau um diesen Austausch geht. Ich finde es schade, dass hier immer mehr kommerzialisiert wird und es gar nicht mehr wirklich um den Austausch geht, sondern viel zu viele nur noch versuchen irgendwelche neuen Stoffe oder Schnittmuster an die Frau zu bringen...
    LG Kristina

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  5. Sehr schön, ich kann mir den Applaus vorstellen. Gute Worte hast du gefunden. Jetzt hab ich Lust auf Sachertorte...

    Liebe Grüße,
    Amma

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  6. Danke fürs teilen hier auf deinem Blog ...Beim nächsten Mal höre ich mir es live an !!
    Damit du -live - mein kichern hören und meine Tränen sehen kannst.

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  7. Du bist die Schoko-Marmelade auf meiner Sachertorte - auch wenn ich wenig blogge...
    Und ich kommentiere grad nicht soviel, nicht weil ich dich nicht mag, sondern weil ich nicht dazukomme :-)
    Aber ich bin dir auf den Fersen, hänge an deinen Lippen,... ;-)
    Schade, dass ich dich nicht gehört habe - das wär das Schlagoberstüpferl gewesen!!
    Schön, dich persönlich zu kennen!!
    Bussi, Claudia

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  8. I always love to read why people started blogging! I recognise your background (education), but I was lucky to have a "sewing mama". I learned it from her and didn't have to start with online instruction.

    We are "walking the same way", because I want to break with the fast fashion and have a complete me made wardrobe within 5 years.
    And yes: I love cake...

    Reading in German is no problem for me, but writing ohne Fehler is difficult, so I anwer in English.

    Regards from the Netherlands.

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  9. Wow! Ein toller Bericht und Du hast wieder mal genau die richtigen Worte gefunden. Ich applaudiere Dir aus dem Ruhrgebiet zu! Und ein Stückchen Torte hätte ich jetzt auch gerne... yummie!
    Liebe Grüße, Sandy
    Tintenelfe.de

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  10. Hören war besser wie lesen... aber ich habe es mir gern nochmals zu Gemüte geführt... und da ist mir wieder eingefallen, dass ich doch tatsächlich vergessen habe eine Sachertorte zu essen... ob ich das nächstes WE nachholen kann... oder hier in Innsbruck in unserem original Sacher Cafe... wie auch immer, ich werde mein Leben lang keine Sachertorte (oder ähnliches) essen könne, ohne an dich zu denken und das finde ich ganz wunderbar <3
    Bussi
    Birgit

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  11. Hey,
    das ist so klasse wie du schreibst. Dank deiner This is not okay Videos höre ich mittlerweile beim Lesen deine Stimme im Kopf und kann mir deine unsortierten Haare und die Mimik lebhaft vorstellen. Sieht bei mir aber ja meist nicht anders aus. Also die Haare. Jetzt werde ich die Tage wohl mal ein paar von euren österreichischen Blogs durchstöbern. Bei mir gibt es hoffentlich auch bald wieder Genähtes, ist ja nicht so als hätte ich die letzten Monate nichts unter der Nadel gehabt, aber das mit dem Fotografieren bleibt leider so oft auf der Strecke.
    Ganz liebe Grüße aus dem "Pott"
    Jule

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  12. Ich wollte mich auch noch ganz herzlich für die Veröffentlichung Deines Vortrags bedanken. Aber bei Deiner Blog-Einteilung wäre ich lieber Österreicherin :-) Ob es auch vegane Sachertorte gibt? :-) Liebe Grüße!
    Karin

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  13. Ein toller Vortrag, aus dem Herzen gesprochen! Hach, wie gern hätte ich dich live gesehen!! Danke für´s Niederschreiben, das Lesen hat mir viel Freude bereitet!!

    Lieben Gruß!
    Susanna

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  14. Wie super! Danke, dass Du ihn niedergeschrieben hast, Deinen Vortrag. Vielen Dank! Das mit den Schokomarmeladingern kann ich ganz genauso ung'schaut unterschreiben. Begonnen habe ich aus einem Mitteilungsbedürfnis heraus (weil ich finde, dass ich was zu sagen habe ;-) ), und dabei bleib ich wegen der neuen Freundinnen, die ich zum Großteil noch nicht einmal persönlich getroffen habe (!) und die trotzdem wichtig sind. Seltsame, schöne, inspirierende, virtuelle Welt. Schokomarmeladinger - Großartiges Bild! lg, Gabi

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  15. Ach, hast Du schön geschrieben!*seufz Ich war mir länger nicht mehr sicher, warum ich blogge - oft so bissi vor mich hin... dann wieder nicht - aber ja, ich habe auch den Austausch gesucht. Manche Freunde gefunden, wenn auch virtuell. Habe mir Tipps geholt, mich über Rückmeldung gefreut. Wenn heute jemand (meist ist es die Roboterschultütenstickdatei - was für ein Wort!) eine mail schreibt, ob er vielleicht die Datei haben kann, dann freu ich mir ein Loch in den Bauch! Ich verlange immer ein Foto - dafür schicke ich sie so - einfach weil es Spaß macht!
    Aber ja, dann ist da noch dieses Thema - ich habe es schon manchmal mit Schülern diskutiert - sie versucht aufmerksam zu machen, aber es ist schwer das Bewusstsein zu wecken, vor allem wenn es Kinder aus nicht so betuchten Häusern sind. Die sagen, dass ihnen auch keiner was schenkt, dass die Sachen halt günstig sind. Schade! Weniger könnte ja auch mehr sein. Mich bedrückt mein Kleiderschrank oft - manches passte mal, von dem konnte ich mich nicht trennen, manches ist echt ewig getragen - aber aus ökologischer Sicht trage ich es weiter (daheim zum Putzen), bis es wirklich kaputt ist, andere Teile sind schön, aber als Mama eben nicht immer geeignet und manches habe ich nicht so genäht wie ich wollte, das liegt auch noch rum und anderes mag ich und trage ich. So ist der Berg ganz schön groß - das mag ich nicht. Gut, in den nächsten Monaten werden die Schwangerschaftskilos purzeln und dann kann ich ausmisten - aber ich schmeisse nicht weg. Ich verkaufe, ich bringe zum Kleiderladen, ich verschenke an andere was meine Kinder nicht mehr tragen (die genähten Sachen werden mir mittlerweile oft schon abgeschwatzt, da sind die Kinder noch nicht raus gewachsen - ich muss dann versprechen, wenn .... dann sofort weitergeben). Ich denke auch da kann man sich viele Gedanken zur Ökologie machen.
    Super, dass Du hierüber schreibst! Danke!

    Liebe Grüße LOLO

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