Montag, 1. September 2014

Aus dem Leben - von den Kurven


Kinder leben in Kurven. Mal geht’s rauf, mal geht’s runter. Mal steigt die Kurve der Kreischanfälle an, mal hält sie sich stetig auf einem Niveau, mal nähert sie sich asymptotisch der Null an. (naja, theoretisch)

Und es gibt Zeiten in einem Kinderleben da erklimmen allerlei Kurven die unterschiedlichsten Extreme.

Um mir mal so ein richtige Extrem zu geben habe ich folgende Versuchsreihe angelegt: (in mir schlummert einfach ein Naturwissenschafter)
Zunächst etabliert man einen soliden Ferienmodus, wie man ihn eigentlich nur in Österreich etablieren kann. 9 Wochen Ferien, da kriegt man so manche Routine aus dem Rhythmus. Schlafrhythmus, Frühstück und Spielgewohnheiten. Alles anders.
In der letzten Ferienwoche dann, lockt man die Kinder mit wunderbaren selbstausgesuchten Kursen aus dem Loch, äh der Wohnung.

Spätestens am Tag 2 der Kurse ist mit einem heftigen Ausschlagen der Kurven „Streiten“, „Wutausbruch“, „Erschöpfung“ und „AUA“ zu rechnen. Hat man Glück gelingt das schon an Tag 1.
Gleichzeitig fallen Kurven wie „Toleranz“ und „Verständnis“ ins Bodenlose.
Alles in allem eine explosive Mischung. Der man zum Beispiel mit Essen entgegenwirken kann.

Ich habe also für diesen Zeitraum die Ernährung auf „reichhaltig und beliebt“ umgestellt. Auch zusätzliche akute Energielieferanten hatte ich bereits bei der Abholung der Kinder parat. Verzehrmengen die einer halben Kuh entsprechen waren nichts außergewöhnliches. Pro Kind wohlgemerkt.

Die zweite Gegenstrategie nenne ich den Samthandschuh der Not.
Man kann nämlich ab einem gewissen Grad von Erschöpfung (kindlicher Erschöpfung wohlgemerkt) nicht mehr anders, als gaaaanz vorsichtig seeehr vorausschauend alle, einfach alle Hindernisse zu umschiffen um zumindest die vermeidbaren Ausschläge der Kurven „große Krise“ und „Weltuntergangstränen“ zu verhindern.

Zu guter letzt ist natürlich eine ausreichende Menge Schlaf eine Zaubermittel. Und ist so ein Kurs ein guter, dann sorgt er ja auch dafür, dass das zuvor höchst anstrengende Kind, dann wenigstens deutlich früher einschläft und zwar ziemlich schnell und ohne viel messenswerten Widerstand.
Was man, so man wahrlich nichts anderes mehr im Kopf hat, mit Sicherheit auch in Kurven ausdrücken könnte.
Aber wir haben einfach nur den längeren Abend genossen.
:-)



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3 Kommentare

  1. Wie recht du hast.
    Du hast ja gar keine Ahnung - doch ziemlich sicher schon - wie froh ich war, dass heute bei uns schon wieder der KiGa angefangen hat. endlich können sie wieder mit anderen Kindern ihre tägliche Ration an Konfrontationen austragen und es muss nicht immer ich dafür herhalten.
    Dafür stehe ich in der zwischen Zeit gerne früh auf und das als bekennende Langschläferin...
    lg dodo

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  2. Das war wohl eine Woche...;-)-
    Übrigens hab ich die Karten der Volksoper - freu!
    Denke heute an euch & freu mich schon auf eine "Vollzugsmeldung"...
    Herzlichst
    Astrid

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  3. also ich nenne diese kurven "phasen" - immer schön abwechselnd, manchmal überlappend. wenn die mutter ausgeruht und durch und durch milde gestimmt ist, könnte ihr schon mal passieren, dass sie meint, keines ihrer kinder hätte gerade mal eine phase.... was, wie ich feststellen musste, wohl nur dem mir-gehts-grad-ganz-gut-eigentlich-endorphin-high zuzurechnen ist.... ;-)
    busserl, kathrin

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