Montag, 29. September 2014

Aus dem Leben - Vom Finden


Als Mutter erwachsen einem ja Superkräfte. Für mich die Aufregendste ist: das Finden.
Ich finde Sachen. Und zwar auf Zuruf.
Ich!

Anmerkung: ich bin zwar nicht per se unordentlich, aber von mir liegt schon mal was rum. Okay. Oft. Okay. Immer.

Früher war es so, dass ich von den meisten gesuchten Dingen - in dem Fall ja noch, von mir gesuchten Dingen - den zu erwartenden Aufenhaltsort auf ein paar m2 einschränken konnte. Und wenn das nichts half, bin ich die Wohnung in einer Art slow-motion-rewind der letzten 30 Minuten abgeklappert. Bis ich das vermisste Ding eben entweder gefunden habe oder erkannte, dass es eben nicht gefunden werden will und ich demnach besser nicht weitere Lebensenergie damit verschwende besagtes Verschwinderlein zu suchen.

Aber jetzt ist das anders.
Ich bin zutiefst beeindruckt von meinen eigenen Finderfähigkeiten.
„Mama? Wo ist mein Wickie?“ (Anmerkung: eine kleine Figur)
„Entweder im blauen Netz oder im Zoo!“

„Mama! Weisst du wo mein Nintendo-Ladekabel ist?“
„In deiner Schublade!“

Das verwunderliche daran ist ja eigentlich, dass ich tatsächlich gar nicht weiß, wo die Sachen sind. Nein, ich arbeite logisch.
Zur Anwendung kommt hier das Prinzip der Mengenleere wie seinerzeit in der Volksschule. Wo ist es für gewöhnlich? Habe ich es irgendwo auffällig herumliegen sehen? Wenn ja. Wo? Wo halten sich ähnliche Dinge meist auf?
Für jede Frage ein Kreis und in der Schnittmenge von Obst, Apfel und Birne ist dann, mit über 95%iger Wahrscheinlichkeit das gesuchte Objekt.

Besonders imponiert mir aber, dass meine Gabe mittlerweile das Kinderzimmer zu beeindrucken scheint. Die pure Ansage, dass ich suchen komme, veranlasst Dinge nämlich aufzutauchen.
So geschehen gerade wieder gestern:
„Mama! Wo ist das Nils Holgersson Buch?“
„Es ist wohl im Regal unterm Fenster!“
„Nein, da ist es nicht!“
Ich verdrehe die Augen.
Ich stehe auf.
Ein Schritt.
Der zweite Schritt.
„Ah! Da ist es!“

Das ist ja sowas von cool!





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16 Kommentare

  1. Ich beherrsche mein Chaos, aber auch nur mein Chaos. Das beherrsche ich dafür perfekt. Leider fallen darunter nicht die Trinkflaschen meiner Kids. Was ich seit es in unserem Haushalt auch Kindertrinkflaschen gibt ebendiese gesucht habe... Stunden habe ich damit verbracht. Um dies etwas einzudämmen haben wir unzälige Flaschen, damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest eine an einem ihrer Plätze ist. Bei allen anderen Sachen der Kinder habe ich aufgehört zu suchen. Mir reicht es was ich Zeit mit dem Suchen nach den Flaschen verschwende. Bei allen anderen Sachen kommt jetzt nur mehr die Antwort "Dafür bin ich nicht verantwortlich, such dir deine Sachen selber" Ausgenommen, ich weiß wirklich wo sie sind.
    Erstaunlicherweise, tauchen Flaschen, die als dauerhaft verschwunden eingestuft werden, nach Monaten wieder im Auto auf. Das ist umso erstaunlicher, als der Ort sehr klein ist und mehrfach dursucht wurde und man da eigentlich nichts übersehen könnte und spätestens bei der nächsten Vollbremsung unterm Sitz hervorrollt...

    Was würde ich für deine Gabe geben....

    lg dodo

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    1. Die Trinkflaschen Problematik ist mir nicht fremd. Wir haben das zum Beispiel mit Handschuhen!!
      Ich kann nur soviel sagen, dass ich aufgehört habe zu suchen.
      Und dadurch finde ich nur mehr!

      Und dazu, dass Dinge verschwinden und plötzlich wieder auftauchen .. da schreib ich nochmal was drüber!!!
      :-)

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    2. Dann versuche ich es mal mit nicht suchen, bin gespannt nach wie vielen Tagen wir keine Flaschen mehr haben ;)

      lg dodo

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  2. Kenn ich :-)
    Man kann eben nicht alles logisch erklären ...
    Liebe Grüße
    Christiane

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    1. Nein, erklären wahrlich nicht. Nur genießen! :-)

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  3. Ich gehöre auch zu der Gattung "google auf zwei Beinen" ;-) Unglaublich, was frau sich so alles merken kann, oder?!
    Mein Mann meckert immer, es sei nicht ordentlich, dabei ist es schon eine Ordnung, eben nur nicht aufgeräumt ;-)
    Schönen MO,
    Kathrin

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    1. Genau! Die unaufgeräumte Ordnung! Klassiker!

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  4. hahaha herrliche morgenlektüre, jaaaa wenn die lieben kleinen beim suchen auch mal die augen verwenden würden... aber die mama suchen zu lassen ist eindeutig einfacher :)
    glg andrea

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    1. Naja... ich suche offensichtlich auch nicht wirklich mit den Augen ;-)

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  5. hihihi - hach Susanne - man erkennt sich immer wieder bei dir!
    "ich verdrehe die Augen und stehe auf" JEP! Meist sage ich dabei noch Dinge wie: "Wenn ich jetzt nach oben gehen muss und es liegt doch genau da..." plötzlich "ah - gefunden!" ;-)
    LG Anna

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  6. Hab vielen Dank für diese wirklich scharfsinnige Beobachtung! Ich stimme vollinhaltlich zu, bei mir ist das ganz exakt genauso. Und ich hab mich bis jetzt gar nicht genug über diese tolle Fähigkeit gefreut, das hol ich jetzt sofort nach. :-))) Superpower! Yes!
    Liebe Grüße
    Anneliese

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  7. Und das verratest du mir erst jetzt! Da hätte ich dich heute bei mir auf die Suche geschickt. bei uns scheint sich in der Küche immer wieder ein schwarzes Loch aufzutun. Seit über einer Woche: der Brotkorb ist unauffindbar und seit gestern fehlt vom Stöpsel der Abwasch jede Spur! Okay beim Brotkorb habe ich durchaus noch Hoffnung ihn in der Sandkiste oder so wieder zu finden, aber der Stöpsel? ;-)
    lg
    Anja

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    1. Den Stöpsel habe ich versehentlich weggeworfen. Das gebe ich doch niemals zu ;-)

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  8. JAAAAAA! Genaz genau so ist es!!!!
    Ich lieb dich einfach heiß, für deine Montagsgeschichten!
    *schmatz*

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