Montag, 15. September 2014

Aus dem Leben - Die andere Seite des Schulanfangs

Aus dem Leben einer Familie

Ich finde den Schulanfang schwer.

Da muss man plötzlich früh aufstehen. Jeden Tag. Frau schleppt sich hoch und versucht gute Laune vorzutäuschen. Sie macht Radio an, weil Musik, macht Frühstück für die Kids, weil unbedingt notwendig, zieht sich viel zu spät Socken an, hat dann kalte Füße. Pfff! Fängt ja gut an.
Die Kids hingegen wirken entspannt. Schule ist hier noch durchaus gern gesehen. Wenn sie als störend empfunden wird, dann nur weil in der kinderzimmerlichen Lego-Welt gerade Action abgeht und, logisch, das verpasst keiner gerne.

Also die Kinder, tralalalala, beim Frühstück. Die Mutter findet ihre bleischweren Arme und Beine dabei, wie sie versuchen heimlich wieder in Richtung Bett zu wandern. Neinneinnein, das geht jetzt nicht. Schultaschencheck, Jausenboxencheck.
"Wie wird das Wetter, Mama?"
"Lange Hose, kurzes Leiberl."

Zähneputzen, Geschirrspüler ausräumen. Geschirrspüler einräumen.
„Frisieren musst du dich auch noch, Süße!“
Schuhe, Jacken, Schultasche. Flöte eingesteckt? Leseaufgabe unterschrieben? Ja. Alles erledigt.
Cool. „Bis nachher, ihr Lieben!“
Die Tür fällt zu.

Und plötzlich bin ich wach!

Das mag an den zwei Gläsern Cola-Zitrone liegen, die ich zu dem Zeitpunkt bereits intus habe, oder an der Vorfreude auf die Ruhe. Wobei es sich um jene Ruhe handelt in der ich den Haushalt wieder gerade biege - nur, dass da kein falscher Neid entsteht.
Egal.
Also lege ich los und erledige was notwendig ist und noch ein bißchen mehr. Ich mache mir Listen und arbeite diese dann in den paar kinderfreien Stunden ab. (Anmerkung: das würde hier einige Posts füllen, jaja!)

Dann sammle ich die Kinder wieder ein.
Der Nachmittag verläuft im Durchschnitt friedlich. 1-2 kleine Streits oder Zusammenbrüche sind ja an sich nicht wirklich erwähnenswert. Es wird gespielt, ausgeräumt und auch viel erzählt. Aber zuhören ist so ab 17 Uhr nicht mehr meine starke Seite.
Ob das an der Müdigkeit liegt.
Ab und zu darf ich für 10 Minuten kindergenehmigt powernappen um mich anschließend mit Schoko und Coffein wieder in eine Art Schockwachzustand zu versetzen.

So ab 19 Uhr freue ich mich auf die Zeit zu zweit. Dann schlafen die Kinder und mein Mister und ich tun so als wären wir erwachsen.
Aber die Kiddies spielen da nicht ganz mit. Ich habe nämlich ein Schlafkind und ein Kind, das offensichtlich Schlaf für systemuncool hält. Sodass unsere Partnerzeit erst gegen 22 Uhr beginnt und darin liegt ein wesentliches Problem.

Ich bin dann nämlich schon recht müde.
Nicht, dass man mir das anmerken würde. Nein! Ich bin da! Will reden. Probleme lösen. Die Welt retten. Alles. Aber nach etwa 20 Minuten spüre ich den Absturz meiner Aufmerksamkeitskurve selber und beginne mit der Gegenwehr.
Nein, ich kann noch nicht schlafen gehen. Uncool. Totales Geht nicht. (jetzt wo ich das lese, merke ich, dass ich mich genauso wie mein Kind verhalte, hm)

Ich zerre mich also noch bis elf, halbzwölf in den Abend um dann in Rekordzeit wegzukippen. Mein Mann findet das süß!
Danke.
Und kaum habe ich mich hingelegt: RRRRING!
Der Wecker!

Also ich finden den Schulanfang echt anstrengend.





Follow on Bloglovin

10 Kommentare

  1. Das hast du wieder sehr schön geschrieben. Die einen super start in die woche.
    Lg kristina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, Kristina, bin schon superfleissig!

      Löschen
  2. :-) Das klingt fast, als hättest du über mich/uns geschrieben.

    Ich genieße gerade die Zeit nach dem "Tür fällt zu" - so schööööön!! Trotz Hausarbeit ...

    LG, Claudia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, die zufallende Tür .. die ist SUPER!

      Löschen
  3. Na da bin ich abere froh, dass es noch wem so geht wie mir. Nur die Worte "friedlich" und "1-2 kleine Streits" passen hier (bei mir) nicht ganz... Und ja, ich verhalte mich auch manchmal wie meine Kinder, auch mit dem Fuß aufstampfen kann ich rechbt gut, aber das braucht ja keiner zu wissen ;-)
    Schönen (ruhigen) Vormittag wünsch ich!
    glg Carmen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach bin ich erleichtert. Ich dachte schon ich bin womöglich der einzige völlig neben sich stehende Erwachsene.
      Mein Mann wirkt so eigenartig ... wach!

      Löschen
  4. Schulanfang -pffff....!
    Mehr fällt mir grad nicht ein. Bin nämlich eigentlich gar nicht da;-) Schreibe nämlich an einer Einmaleinskartei. Gelingt mir aber nicht, da das liebe Kind sich mit dem Nachbarskind sich nur schreiend unterhält und irgendwie bin ich sooooo fertig! Ob das am Schlafmangel liegt hab ich gerade vergessen...

    AntwortenLöschen
  5. Herrlich treffend beschrieben :-)
    Täglich grüßt das Murmeltier...
    Mit einem Grinsen,
    Kathrin

    AntwortenLöschen
  6. Habe mir heute geschworen,ich gebe meinen Schulkindern nie wieder Hausübungen. Denn das is eh nur Folter für die Eltern! Mein Sohnemann (Schulanfänger dieses Jahr) braucht ewig für gefühlte drei Striche. Das ist echt eine Herausforderung für meine Geduld! Anschließend setzt er sich hin und liest mir aus eigener Motivation eine ganze Seite aus einem Buch (Lesepiraten) vor! Ahhhh! Aber drei mal ich schreiben dauert ein Jahr!
    lg
    Anja

    AntwortenLöschen
  7. Hier ist noch jemand in Trance. ;-)
    Bei uns bins aber nicht nur ich, auch meine Kinder finden das frühe Aufstehen albtraumhaft grässlich und schleichen wie die Zombies rum.
    Übrigens: Nur noch vierzigeinhalb Wochen bis zu den nächsten großen Ferien!
    Liebe Grüße
    Anneliese

    AntwortenLöschen

Ich freu mich immer narrisch, wenn ihr euch Zeit für einen Kommentar nehmt!

 
© Design by Neat Design Corner