Freitag, 19. August 2016

Ich habe jetzt ein Bullet Journal

Ja. Da schaut ihr!
Entweder weil ihr nicht wisst, was das ist - so wie eben auch ich bis vor kurzem - oder weil ihr eben im Gegenteil wissend seid.

Wenn ihr es wisst: ich habe jetzt auch eines. Damit ist dieser Blogpost an Info im wesentlichen für euch gelaufen.
Wenn ihr nicht wisst was ein Bullet Journal ist, okay. Ein Bullet Journal ist eine Art Organisations-To-Do-Ideen-Liste .. mit System.


Und da ich ja den Überblick nicht nur über mein Leben sondern eben auch über das meiner Kinder zu haben gedenke, bin ich für jeden Versuch dieses Chaos im Griff zu haben dankbar.

Ergo teste ich mich jetzt im Bullet Journaling. Und bitte, haltet euch fest, es gibt eine Bullet Journal COMMUNITY. Also die betüddeln ihre to-do-Listen dann halt. Da gibt's Leute, die machen Geld damit. Ich war fassungslos.

Tut jetzt aber nichts zur Sache. Ist nur zum Schmunzeln - liebevollem Schmunzeln wohlgemerkt. He, ich streichle Stoffe. Ich null Kritik, wenn man seine Todo-Liste stylt, klar!?
Habt ein cooles WE!



PS: Ich muss mich mal bedanken für die vielen geilen Kommentare vorgestern. Schon schön, wenn ihr das mögt. Ich mag's auch! :-) Winwin sagt man dann, nicht wahr! Merci ihr Lieben!

Mittwoch, 17. August 2016

H&M, adidas, Ikea und ihre "bessere" Baumwolle

Ihr habt womöglich schon davon gehört.
H&M, Ikea, Adidas und noch einige recht namhafte Firmen steigen auf Better Cotton um. Diese nachhaltigere Baumwolle belastet die Umwelt deutlich weniger mit Pestiziden und schont die Wasserressourcen. So das Versprechen.
Werbung machen die Firmen damit nur in geringem Umfang.

Mit Recht.
Denn Better Cotton - wie sie es ja selber nennen, ist mitnichten better im Sinne des Wortes. Es ist wohl maximal weniger schlecht. Aber leider leider ist so einfach die Sache nicht! Deswegen hier und jetzt Info für euch.

Was sollte die bedachte, umweltbewußte Käuferin darüber wissen?


Im Jahr 2005 haben GAP, H&M, adidas und IKEA (die komplette Auflistung  findet ihr hier ) zusammen mit dem WWF und Oxfam die Idee gehabt ihre Baumwollbezugsquellen zu verändern und zwar hin zu einer die Umwelt weniger schädigenden Weise. Nach einer Gründungs- bzw. Findungsphase startete die Better Cotton Initiative 2009 dann tatsächlich.

An dieser Stelle muss man sagen, dass - ich fasse das jetzt so zusammen wie ich es nach einiger Lektüre verstanden habe - offensichtlich die Baumwollbauern dieser Welt ihre Baumwollpflanzen bisher geradezu mit Pestiziden, Dünger und Wasser überschütten. Sie verwenden vor allem Pestizide und Wasser in übertriebenem Ausmaß. Da gibt es keine Zurückhaltung.

Die Mitglieder von BCI verpflichten sich deswegen ihre Baumwolle aus Quellen zu beziehen, die beim Baumwollanbau vor allem Pestizide und Wasser in - sagen wir mal - notwendigem Maße verbrauchen und nicht darüber hinaus.

Durch den wirtschafltichen Aufstieg von Indien und China hat die Nachfrage nach Baumwolle in den letzten Jahren derart zugenommen, dass, obwohl viele Bauern auf Baumwolle umgestiegen sind, der Preis deutlich gestiegen ist.
Für die großen Modekonzerne keine gute Nachricht.


Also schlagen die Firmen die hinter BCI stehen mit dieser Initiative gleich zwei Fliegen mit einer Klatsche. Sie sichern sich im Markt mit steigender Nachfrage und Preisen fixe Bezugsquellen, indem sie Verträge mit Baumwollbauern schließen. Der Preis ist für sie so besser kalkulierbar.
(Für die Bauern hat das den Vorteil einen direkten Abnehmer zu haben.)

Auf der anderen Seite verpflichten die Firmen über diese Initiative ebendiese Bauern dazu ihre Baumwolle nach vorgegebenen Standards anzubauen und nehmen so Einfluß auf die Produktion und den umweltbelastenden Effekt ebendieser.

Die BCI gibt also vor wieviel Pestizide und wieviel Wasser für die Baumwolle verwendet werden darf. Wohlgemerkt Better Cotton hat nichst, rein gar nichts mit Biobaumwolle zu tun. Es handelt sich um genmanipuliertes Saatgut, es wird gedüngt und mit Pestiziden behandelt. Verboten sind eigentlich nur die schlimmsten Gifte (was heftig kritisiert wird. Also der Umstand, dass hier nicht eingegriffen wurde und man die Chance genutzt hat noch ein paar weitere Gifte aus dem Spiel zu nehmen). Das Meiste ist erlaubt. Es geht „nur“ darum dieses heftige Überdüngen und den exzessiven Einsatz von Pestiziden und Wasser einzudämmen. Punkt.

Dafür werden die Bauern extra geschult - auf Kosten der BCI.

Der umweltschonende Effekt ergibt sich also einzig durch die Menge. Das ist die Qualifikation des „Better“.
„Mager“, mag man meinen. Und ich schließe mich da durchaus an. Aber wertlos ist diese Initiative wohl trotzdem nicht.
Ihre Stärke liegt in der schieren Menge, die diese Betriebe umsetzen. Wir reden hier von den größten Baumwollabnehmern des Planeten (der Erde, überhaupt).
Man stelle sich vor, dass der Anteil von H&M, C&A, GAP, Wallfahrt & Co. an Baumwolle von supergiftig auf giftig umstellt. Schmeckt mir zwar nicht gut, ist aber zweifelsohne eine beträchtliche Menge an Gift und Wasser, das eingespart wird.
Also ein Minus mit Sternchen quasi. ;-)
Ein erster Schritt.
Weitere sind aber in diese Richtung nicht geplant. Seufz!


Natürlich sprechen wir hier nur von der Produktion der Baumwolle. Die gesamte Verarbeitung des Rohmaterials ist in dieser Initiative nicht vertreten. H&M lässt eifrig in Bangladesh nähen, dem Land in dem der Abstand zwischen Mindestlohn und überlebens-Lohn am größten ist (mehr dazu hier nachzulesen).

Um Verwechslungen und Missverständnissen vorzubeugen:
Better Cotton ist in den Geschäften NICHT ausgewiesen, d.h. ihr könnt nicht sehen wie giftig euer T-Shirt ist. (hehehe, grausamer Satz). Die einzelnen Firmen haben sich Ziele gesetzt bis zu welchem Zeitpunkt sie komplett auf Better Cotton umgestellt haben wollen. Bis dahin ist einfach giftig und supergiftig oder better und normal irgendwie im Geschäft gemischt.
Nicht zu verwechseln in diesem Fall bitte mit H&Ms conscious collection. Darüber hier demnächst mehr.

Sollte euch der Begriff mal unterkommen, dann wisst ihr mit Lesens dieses Beitrags Bescheid.  

Nähtechnisch kommt wohl die eine oder andere über die Stoffquelle IKEA damit in Berührung. IKEA hatte zum Ziel im August 2015 komplett auf nachhaltigere Baumwollquellen umgestellt zu haben. (Laut ihrem eigenen Nachhaltigkeitsbericht sind sie tatsächlich auf "more sustainable sources such as better cotton" umgestiegen. Nachzulesen hier )



Noch ein paar Worte in eigener Sache:
Ich wurde kürzlich gefragt, was ich denn mit dieserlei Artikel sagen wolle. Ich war ganz perplex. Ich dachte es sei klar, dass ich informieren will.
Mein Mann machte mich darauf aufmerksam, dass die Artikel auch orientierungslos rüberkommen könnten, wenn man gewohnt ist, ständig eine fixe Meinung präsentiert zu bekommen. Falls er mir damit liebevoll sagen wollte, dass ich schlecht schreibe, Danke Schatzi, Bussi. Er scheint aber gemeint zu haben, dass ich eben "nur" informiere und dass das manche Leute ... nicht mögen.
Egal. Falls dem so ist und ihr diese Berichte verwirrend findet, dann lasst es mich wissen, dann probiere ich einen anderen Schreibstil. Mandarfjalernen.
Wenn ihr meine Meinung stärker spüren wollt, dann rückt auch damit rüber. Aufhören euch mit dieserlei Info auf die Nerven zu gehen, werde ich nicht.
Ist mein Blog.
;-)





Wer nichts weiß, muss alles glauben!

https://mami-made.blogspot.co.at/p/this-is-not-okay.html


Lektüre/Quellen:
Utopia: Die neue Nachhaltigkeit von H&M und Co.
Better Cotton Initiative
Better Cotton und die neue Nachhaltigkeit der Baumwolle
Nachhaltigkeitsbericht H&M 2015 (englisch)
WWF Schweiz
people,planet, profit: better enough
adidas - Nachhaltigkeisbericht

Freitag, 12. August 2016

Aus dem Leben - Von der anderen Seite betrachtet


Handtücher sind dazu da, den zuvor angefeuchteten Dreck von den Fingern zu wischen.

Das Interesse an einem Spielzeug steigt mit der Hingabe mit der mein Geschwisterkind damit spielt.

Das einzige Problem an der Schnitzel-Nudeln-Schoko Ernährung sind die Eltern.

Laut ist gut!
Immer!

Die Kapuze ist die eigentliche Schlaufe der Jacke.

Für Nachspeise ist immer Platz.

Lange Ärmel sind eingebaute Servietten.
Manchmal auch Taschentücher.

GLEI - EICH!

Reden ist Silber. Alle gleichzeitig ist Gold.

Kleidung gehört verkehrt herum in die Waschmaschine.
DESWEGEN dreht man die Sachen besser schon beim Ausziehen um.

Man kann erst aufräumen, wenn man mit Spielen fertig ist.
Das ist dann so mit etwa 24 Jahren.

Ich bin nicht schuld!

:-)


Mittwoch, 10. August 2016

Aus dem Leben - Aufräumen oder Der Apfel fällt nicht weit .. oder so


In Kinderzimmern herrscht an sich eine ganz natürliche Entropie. Ausräumen ist offensichtlich genetisch bedingt, wegräumen ein gesellschaftlicher Zwang.

Denn mal abgesehen vom klassischen Lego-Tret-Schmerz, wird es irgendwann auch der liebevollsten Mutter zuviel, jedes itziwitzi-Teilchen suchen zu müssen, nur weil es eben nicht dort ist, wo es eigentlich sein Plätzchen hat. Ergo Zwang.
Ich liebe ja Barbie Schuhe. Sind ja sooooo  fancy die Dinger. Aber wo sich die immer rumtreiben? Irre!
Der Mister seinerseits lässt Bücher rumliegen. Das wirkt zwar durchaus intellektuell, worauf ich ja an sich voll abfahre, aber wenn dann unter jedem Polster und unter jedem Blatt Papier noch 1-2 Bücher zum Vorschein kommen, Grenze.

Apropos Blätter.
Hat jemand ein Kind daheim, das zeichnet bzw. malt? Wir haben so ein Exemplar im Set. Und ich übertreibe wohl nicht, wenn ich behaupte, dass sie in den letzten Monaten so um die 800 Blatt Papier bemalt hat. Alle extrem wichtig versteht sich. Braucht jemand eine Wohnung tapeziert??
Wir haben viele Stifte. Braucht man! Klar. Hebt man also ein Blatt Papier hoch, dann liegen darunter 2 Bücher, 3 Stifte und ein Barbie Schuh. Sowie das obligate Lego Teilchen.
Ach ja, die LEGOTEILCHEN!
Lego an sich, find ich ja super. Bin ja selber ein Lego-Kind. Und ich freue mich ja auch, dass der Konzern seine Krise überlebt hat, aber warum ist das Zeug einfach überall? Es ist als würde es bei nicht ordnungsgemäßen Verschluss der Box einfach herausdünsten und sich dann an allen nur erdenklichen Orten wieder materialisieren.
In der Schachtel mit den Haarspangen, Lego, im Bett, Lego, unterm Bett, Lego, in der Kinder-Küche, gekochtes Lego, am Schreibtisch, ein Legodinosaurier, zwischen den CDs, Legofigürchen. "Warum?", frag’ ich mich. Und lass die Frage gleich wieder los. Bringt nix, ist so.

Wirklich schlimm ist die kleine Teilchen Kombi Lego-Playmobil-PollyPoket-Barbie.
Diese kann nur mehr von echten Spielzeugprofis überhaupt sortiert und weggeräumt werden. Sprich in dem Fall von der kleinen Miss.
An sich räumt sie ja auch brav auf, wenn man es ihr so 14-15 mal gesagt hat. Das Problem dabei liegt in der Natur der Dinge. Denn kaum treffen sich Polly und Legomädchen fangen sie logischerweise an zu plaudern, müssen sich dringend was erzählen und dann fahren sie mit dem Auto gemeinsam zu den anderen, denn das Gerücht geht, dass Barbie Ken heiraten wird. Naja, und kurz nach der Hochzeit kommt die Mama rein und macht einen auf Spielverderber, aber auch!

Ich verspreche, dass die Hochzeitsfeier ordnungsgemäß stattfinden kann, wenn nur vorher die Bügelperlen weggeräumt werden, samt der 67 fertigen BügelperlSchmetterlinge, Blumen und Katzen. Oder gehen die auch auf die Feier? Währenddessen ist der kleine Mister in eines der Bücher, die er wegräumen wollte, versunken.

Der Seufzer in meinem Herzen zerreist mich förmlich, bis ich bei der Flucht aus dem Kinderzimmer  über meine herumliegenden Nähsachen stolpere und ich spontan noch ein Bündchen annähe, bevor ich in die Küche kochen gehe.

We are family!





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Montag, 8. August 2016

Aus dem Leben - des Nachts


















So eine Fussball WM macht einen schon wehrlos. Wehrlos müde wohlgemerkt. Keine zwei Wochen und schon schau’ ich konsequent schief in den Tag. Aber das liegt nicht nur am runden Leder. Denn wir erleben zur Zeit wieder mal eine mittelschwere Kinderwanderung.

Ohne, dass sich die völlig ausgeklickten Eltern wehren können, liegen wir nämlich des Nachts plötzlich zu viert im Bett. Ich bemerke es meist zuerst daran, dass mein Polster weg ist. Kurz darauf wird mir ungewöhnlich warm. Ich will mich umdrehen aber das geht nicht, weil da schon jemand liegt. Ich rücke bleischwer etwas an den Rand, bloß gibt es dort keine Decke. Da mir aber noch warm ist, reicht mir der Zipfel, der mir gnädigerweise zugedacht wird. Vorerst. Nach gefühlten 4 Schlafminuten ist mir dann aber doch kühl und auch mein Nacken will etwas Polster haben. Ich hebe meinen Kopf und versuche schlaftrunken die Situation zu überblicken: das liest sich dann in etwa so: Kind, Polster, Fuss von noch einem Kind, das unpraktischerweise auf der Decke liegt - Kopf am Fussende, Mann kurz vor dem „AusdemBettfallen“.

Ich ziehe an meinem Polster, aber der kleine Mister löst sich nicht davon, sondern kommt einfach mit.  Ein gutes Drittel kann ich mir aber doch erobern. Die Sache mit der Decke ist schwieriger. Die kleine Miss liegt komplett darauf. Schwächlich ziehe ich an der Decke. Nichts passiert. Ich schlafe wieder ein. Mitten im Traum fällt mir ein, dass neben dem Bett die zweite Decke liegt, damit könnte ich die kleine Miss zudecken. "Dass der nicht kalt ist? Nein, kalt war ja mir!" Genau. Also wieder hoch. Ziehen an der Decke bis das Kind quasi runterkullert. Dann decke ich sie zu. Sie liegt jetzt quer am Fussende. Glücklich  kuschele ich mich unter die Decke auf meinem Drittelpolster am Rande des Bettes ein und kippe wieder weg.

Wie lange das gutgeht weiß ich nicht. Denn bei der nächsten Bewegung - meiner oder der einer anderen Person kann ich nicht sagen - beginnt das ganze irgendwie wieder von vorne. Bloss dass diesmal jemand anderer an der Decke zieht. Ich kämpfe und klammere mich stur an die Decke. "Mir war gerade wieder angenehm warm. Nein, ich gebe die Decke nicht mehr her." RUMS! Da trifft mich ein Arm. Der kleine Mister umarmt mich. Sehr süß, aber auch sehr warm! Und überhaupt: "Schieb' rüber Junge! Das geht nicht, dass die Mama halb vom Bett hängt." Schlafen ist manchmal ein Kampf! Ich schiebe ihn in Richtung Ehemann. Da drüben muss ja fussballfelderweise Platz sein.
Während all dem muss ich meine Beine angewinkelt halten, damit ich nicht die kleine Miss aus dem Bett schubse.
Entspannung sieht anders aus.
Egal, ich bin schon längst wieder eingeschlafen.

Die Sequenz wiederholt sich leicht variiert noch ein paar mal bis mir der Gedanke kommt „Man müsste die Kinder einfach in ihre Betten zurücktragen!“ „Ein guter Gedanke“, denk ich und nicke wieder weg.
Irgendwann bemerke ich eine deutlich Entspannung in der Polster- und Decken-Thematik, die nach schlaftrunkener Recherche daher rührt, dass mein Mann nicht mehr im Bett liegt.

Und das ist dann meine Grenze. Denn das ist eines meiner Gesetze: in mein Bett gehört nun mal mein Mann. Nennt mich altmodisch. Ohne ihn, mag ich nicht. Nein, das geht nicht. Ich torkele also zum Sofa, wo mein persönlicher Lieblingsriese eingekringelt liegt und stachele ihn auf zum Kampf. "Wessen Bett ist das? Unseres? Ihres? Na also."
Die Kinder werden gemeinsam wieder in ihre Betten verstaut.
So.

Herrlich!
Platz. Luft. Decke. Polster. Mann. So definiert sich Glück des Nachts.

Zumindest bis sie wiederkommen.
Oder der Wecker klingelt.







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Freitag, 5. August 2016

Aus dem Leben - Been there


Neulich.
Morgens.
Sie summte. Also meine Tochter und zwar irgendeines dieser Lieder, das sie für die kommende Adventfeier in der Schule einstudiert hatten. Das war ja an sich nichts Neues. Wir summen alle, beinahe andauernd. Manchmal singen wir sogar. Durchaus auch einmal falsch ..

Das war aber an diesem Morgen nicht der Fall. Es wurde gesummt. Dem kleinen Mister war das in seinem Morgengrummel zu aufdringlich. Kinder haben ja immer Recht. Und in seinem Fall hieß das: zu lautes, geradezu provokantes Gesumme. Seine Reaktion war heftig und - so fand er - auch völlig gerechtfertigt. Dass sie auch um ein Vielfaches lauter war, sei nur nebenbei erwähnt.

Zu diesem Zeitpunkt war ich zwar auf aber genau genommen noch nicht wach. Ich täusche meiner Familie nämlich die ersten 2-3 Stunden des Tages meine Anwesenheit nur vor. Der frühe Vogel das bin ich nicht.

Was also folgte war eine erzieherisch unausgereifte Reaktion. Ich mischte mich ein. Beschützte die Freiheit des Summens und nebenbei auch die kleine Miss.
Diese war allerdings von der Reaktion ihres Bruders völlig unbeeindruckt geblieben. Es war klar, dass sie mich nicht wirklich benötigte. Sie war bereit zum Kampf. Klar, sie war ja auch wach. Es dauerte also nur Bruchteile von Sekunden und da war der Pallawatsch beisammen. Ich im Streit mit dem Sohn, er im Streit mit ihr, sie mit ihm und mein Mann völlig unbeteiligt in der Küche, summend.

Nach ein paar Minuten drang dann unsere morgendliche Auseinandersetzung doch auch durch die Radiomusik bis zur Küche hindurch und mit schlafwandlerischer Sicherheit löste mein Mann den familiären Knoten mit dem Hinweis und dem Aufruf zum Frühstück.

Da an diesem Tag die bereits erwähnte Adventfeier stattfand, beschloss ich mich etwas aufzuhübschen. Ich kann zwar für so eine Feierlichkeit noch nicht wach sein, aber ich dürfte, so verstehe ich den gesellschaftlichen Konsens, nicht auch noch so aussehen.
Also schmiss ich mein Gesicht in Farbe und mich ins Gewand. Was die Famile währenddessen tat, kann ich nicht gesichert sagen. Das Summ-Thema hatte sich allerdings erledigt.

In der Schule angekommen, bot sich das übliche Paradoxon: Dadurch, dass die Kinder 15 Minuten vor Beginn der Feier in der Klasse sein sollen, sind das auch gut 90% der Eltern. Hm!
Während sich also mein Mister durch die Mengen wühlte um die Biskuit-Roulade am Kuchenbuffet abzugeben, überlegte ich wo wir uns denn sichtoptimiert plazieren sollten.
Da wir mittlerweile schon das 4. Jahr in dieser Schule sind - WIR!! - kennen wir (und uns) schon eine beträchtliche Anzahl der Eltern, die sich nun mit uns die Zeit vertrieben. Man tauschte sich also, wir sind in der 4. Klasse, um die anstehende Schulentscheidung aus, schwärmte von den ersten Schularbeiten - ja, wir schwärmen noch! - und natürlich wurde in gut wienerischer Manier die Lage der Wettersituation solide diskutiert bis dann eine Mama plötzlich sagte:
„Ich sag’s euch, ich hatte heute solchen Stress mit Vicki in der Früh .. weil ihr Bruder den Kakao geschlürft hat. Krise total! Kein Scherz!“

Ausnahmslos alle Anwesenden nickten.

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